Wirtschaft

Schuldenkrise - na und?Firmen forcieren Produktion

08.06.2010, 12:42 Uhr

Trotz Turbulenzen im Umfeld zeigen sich die deutschen Unternehmen im April robust. Sie lassen sich von Schuldenkrise und Sparzwang nicht beirren und schaffen ein Produktionsplus von 0,9 Prozent. Analysten haben mit 0,8 Prozent gerechnet.

2rg90504-jpg1988372213036801301
In der Produktionshalle des Windkraftanlagenherstellers Nordex in Rostock werden Gondeln auf dem Prüfstand getestet. (Foto: dpa)

Trotz Schuldenkrise und Sparzwang in Europa haben die Firmen in Deutschland ihre Produktion im April weiter hochgefahren: Der Ausstoß von Industrie, Bau- und Energiewirtschaft zog im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent an, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Damit wurde die Produktion nicht mehr so stark wie im März gesteigert, als ein Plus von revidiert 4,3 Prozent zu Buche schlug. Experten hatten mit einer etwas schwächeren Schlagzahl gerechnet und für April einen Anstieg von lediglich 0,8 Prozent veranschlagt.

"Der nach den Wintermonaten wieder erstarkte Erholungsprozess im Produzierenden Gewerbe setzt sich im April mit etwas gemäßigtem Tempo fort", kommentierte das Ministerium von Ressortchef Rainer Brüderle die Zahlen. Unterdurchschnittlich schnitt die Industrie ab, die ihre Fertigung nur um 0,5 Prozent ausweitete.

Befördert wird die Frühjahrsbelebung durch ein unerwartet kräftiges Auftragsplus: Die Firmen erhielten im April 2,8 Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat. Das Ministerium rechnet trotz der Schuldenprobleme in vielen europäischen Staaten daher mit einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte: "Die anhaltend lebhafte in- und ausländische Bestelltätigkeit in der Industrie lässt absehbar eine weitere Erholung der Industrieproduktion erwarten."

Probleme bei Konsumgütern

Als Schrittmacher des Aufschwungs erwies sich die Energiebranche, die ihre Produktion zum Vormonat um 4,5 Prozent aufstockte sowie der Bau mit einem Plus von 2,6 Prozent. Die in den harten Wintermonaten arg gebeutelte Baubranche hat sich im Frühjahr mit beachtlichem Tempo aus der Krise herausgearbeitet: Sie steigerte die Produktion im Zeitraum März/April im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Jahres um mehr als ein Viertel.

Die Hersteller von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern mussten allerdings im April einen Rückschlag verkraften: Sie drosselten die Erzeugung um ein Prozent. Auch die Konsumgüterproduzenten schwächelten und reduzierten die Fertigung um 1,2 Prozent. Beide Sparten hatten noch im Vormonat den Ausstoß gesteigert. Die Produzenten von Vorleistungsprodukten wie Metallen und Chemikalien legten ein Plus von 2,8 Prozent vor (Vormonat plus 3,8 Prozent).

Quelle: rts