Wirtschaft

Ruf nach weiteren StaatshilfenFord kämpft sich hoch

12.10.2009, 16:39 Uhr

Ford hat dank der in vielen Ländern gezahlten Abwrackprämien im September in Europa deutlich mehr Autos verkauft. Mit rund 153.000 Fahrzeugen seien im vergangenen Monat 12,3 Prozent mehr ausgeliefert als vor Jahresfrist, teilt die deutsche Tochter des US-Autobauers mit.

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(Foto: REUTERS)

Seit Jahresbeginn sank der Absatz aber um 4,5 Prozent auf 1,1 Mio. Einheiten. Ein Sprecher der Kölner Ford-Werke begründete den Rückgang mit dem schwachen Osteuropageschäft. Insbesondere in Russland leidet die Autonachfrage unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Weil der Markt insgesamt stärker schrumpfte, konnte Ford seinen Anteil in den 19 wichtigsten Europamärken in den ersten neun Monaten um einen halben Prozentpunkt auf 9,2 Prozent erhöhen. Für das nächste Jahr ist Ford allerdings skeptisch, weil in mehreren Ländern die staatlichen Hilfen auslaufen. Der für das Europageschäft zuständige Vertriebschef Ingvar Sviggum regte weitere Unterstützungen an, um der Branche eine weiche Landung zu ermöglichen. "Es ist klar, dass es weiteren Bedarf an staatlichen Subventionen gibt, um den Markt abzufedern bis die Nachfrage ein nachhaltigeres Niveau erreicht", erklärte der Manager.

Experten gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen aller Hersteller im nächsten Jahr in Europa sinken werden. In Deutschland, wo die Abwrackprämie die Pkw-Neuzulassungen nach Verbandsschätzungen im laufenden Jahr auf bis zu 3,7 Millionen Fahrzeuge wird steigen lassen, wird für 2010 ein Rückgang um eine Million Einheiten für möglich gehalten. Ford profitiert wie andere Massenhersteller besonders von der staatlichen Stütze.

Ford war als einziger der drei großen US-Autobauer ohne Insolvenz ausgekommen und will seine Sanierung weitgehend ohne Staatsgelder schaffen. Auch die US-Regierung hatte der Branche insgesamt mit einer Abwrackprämie unter die Arme gegriffen.

Quelle: wne/rts