Wirtschaft

Konkurrenz schwächeltFord schreibt schwarze Zahlen

27.04.2010, 18:27 Uhr

Der US-Autobauer Ford verbucht im ersten Quartal einen Milliardengewinn. Während die Konkurrenten GM und Chrysler noch in den Miesen krebsen, geht Ford auch mit seiner Prognose für 2010 nach oben.

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(Foto: REUTERS)

Beschleunigt von Problemen bei Rivalen wie Toyota und General Motors ist der US-Autobauer Ford rasant ins Jahr gestartet. Der Konzern verbuchte im ersten Quartal mit 2,1 Milliarden Dollar den höchsten Vorsteuergewinn seit sechs Jahren. Vor einem Jahr stand noch ein Minus von 1,4 Milliarden Dollar in den Büchern.

Zudem schraubte das Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr nach oben, das es nun mit einem "soliden Gewinn" abschließen will. Ford profitierte zuletzt auch davon, dass sich zahlreiche Kunden wegen der Rückrufaktionen von Toyota abwendeten und nach den staatlichen Rettungsaktionen auch Zweifel an den Detroiter Konkurrenten General Motor und Chrysler hegten.

Der Quartalsgewinn war für Ford der vierte in Folge. Der Umsatz kletterte auf 28,1 Milliarden Dollar von 24,4 Milliarden. Beim Umsatz und beim Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 46 Cent lag Ford über den Prognosen der Analysten. Finanzvorstand Lewis Booth warnte allerdings, dass das Quartalsergebnis nicht als Maßstab für das Gesamtjahr genommen werden sollte. Während in Nordamerika Produktions- und Verkaufszahlen stiegen, bereite vor allem der Markt in Europa Sorge, weil dort verschiedene Anreizprogramme wie Abwrackprämien ausliefen.

Konzernchef vorsichtig

Experten zufolge könnten auch Toyotas Rabatt-Offensive und die Rückzahlung der Staatshilfen durch GM und Chrysler den Vorsprung des Konzerns verringern, der ohne Hilfe der Regierung durch die Krise steuerte.

Ford-Chef Alan Mulally erklärte, die weltweite Konjunkturerholung stehe noch auf wackeligen Beinen. Gewinne in den USA, China und Brasilien dürften aber die zu erwartende Schwäche auf dem europäischen Markt ausgleichen. Mit welcher Geschwindigkeit Mulally den Konzern dauerhaft auf Erfolgskurs bringen kann, hängt nicht zuletzt von der Entwicklung der US-Wirtschaft und des dortigen Automarkts ab.

Quelle: rts