Gewinn sinkt bis 2012Freenet schrumpft
Bei Freenet werden in diesem und im nächsten Jahr kleinere Brötchen gebacken. Laut Vorstandschef Vilanek befindet sich der Mobilfunkdienstleister im Umbruch. Das Rennen um Marktanteile und Mengen sei nicht möglich, gesteht er ein.
Nach einem Gewinnplus im abgelaufenen Jahr bereitet Freenet seine Aktionäre auf eine längere Talfahrt vor. Dieses und nächstes Jahr dürften Gewinn und die Zahl der Kunden stark sinken, kündigte der Hamburger Mobilfunkdienstleister an.
Ein umfangreicher Konzernumbau und die neue Strategie, nur noch lukrative Vieltelefonierer als Kunden halten zu wollen, sorgten dafür, dass Freenet im Umbruch sei, sagte Vorstandschef Christoph Vilanek. Auf teure Rabattschlachten um jeden Handynutzer wolle er sich nicht mehr einlassen. "Das Rennen um Marktanteile und Mengen können wir mit unseren Renditen nicht mitmachen", gestand Vilanek ein.
Vergangenes Jahr konnte Freenet den operativen Gewinn noch um zwei Prozent auf 335 Millionen Euro steigern. Für dieses Jahr werden 325 Millionen und 2012 nur noch 300 Millionen Euro angepeilt. Auch der rapide Kundenverlust - allein knapp zwei Millionen im vergangenen Jahr - dürfte erst 2012 gestoppt werden. Vilanek verteidigte die Entwicklung: "Wir akquirieren nur noch Kunden, mit denen wir Geld verdienen." Branchenexperten sind da skeptischer. Freenet habe "substanzielle strukturelle Probleme", urteilte Telekom-Analyst Joeri Sels von der DZ Bank.
Konzentration auf Mobilfunk-Markt
Um die Aktionäre trotzdem bei der Stange zu halten, will Freenet nach zwei Jahren Pause wieder Geld an seine Anteilseigner ausschütten. Für 2010 solle es eine Dividende in Höhe von 80 Cent je Aktie geben. Für das laufende Jahr stellte Freenet abermals 80 Cent in Aussicht. Die TecDax-Aktie legte um ein Prozent auf 8,86 Euro zu.
Freenet baut sein Geschäft bereits seit längerem um und konzentriert sich auf den Mobilfunk-Markt. Andere Sparten wie das DSL oder Speicherplatzgeschäft wurden verkauft, um die Schulden zu senken. Das führte dazu, dass der Umsatz im abgelaufenen Jahr auf 3,34 von 3,6 Milliarden Euro zurückging.