Montag, 14. September 2009
Trotz Milliardenschulden: Fresenius plant Zukäufe
Der Gesundheitskonzern Fresenius steckt tief in den Schulden. Dennoch will Konzernchef Ulf Schneider weiter expandieren - allerdings nur im Bereich unter 200 Mio. Euro.
"Erhebliche Zuwächse möglich": Konzernchef Ulf Schneider.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der Gesundheitskonzern Fresenius peilt trotz hohen Schuldenstands weitere Zukäufe an. Dies bleibe ein Thema, sagte Konzernchef Ulf Schneider der "Berliner Zeitung". "Insbesondere im Hinblick auf kleinere und mittelgroße Zukäufe in den Dimensionen von zehn bis 200 Mio. Euro", grenzte er ein.
Großakquisitionen habe Fresenius dagegen kurz- und mittelfristig nicht im Visier. Seit 2005 hatte der Konzern mit dem Klinikbetreiber Helios, der Pharmafirma APP und dem Dialysespezialisten Renal Care drei milliardenschwere Übernahmen gestemmt. Zum Ende des zweiten Quartals hatte Fresenius noch Finanzschulden von 8,86 Mrd. Euro.
Optimistisch in die Zukunft
Im Krankenhausgeschäft habe Fresenius den deutschen Markt im Visier. "Bei vielen Kommunen werden wegen der Wirtschaftskrise die Steuereinnahmen sinken, ab 2010 wird deshalb wohl wieder eine stärkere Neigung entstehen, Häuser zu verkaufen", sagte Schneider. Von dem nach Jahresumsatz 60 Mrd. Euro schweren Akutklinikmarkt seien erst zwischen zehn und 15 Prozent privat. "Hier sind erhebliche Zuwächse möglich", schätzt der Fresenius-Chef. Biotechfirmen oder Wirkstoffe wolle Fresenius derzeit nicht zukaufen.
Die Branchen, in denen Fresenius tätig sei, würden auch weiterhin "sehr gutes organisches Wachstum" aufweisen, sagte Schneider. "Wir sind in den vergangenen Jahren in unseren Geschäftsbereichen ungefähr doppelt so schnell gewachsen wie die Weltwirtschaft. Das wollen wir fortsetzen."
rts
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