Wirtschaft

Umsatzprognose gesenktFresenius stößt an Grenzen

02.11.2011, 09:50 Uhr

Die Ertragsperlen Fresenius und seine Tochter FMC bleiben ihren erfolgsverwöhnten Aktionären eine Überraschung schuldig. Nach einem soliden Quartal hebt Fresenius erneut die Gewinnprognose an, kündigt beim Umsatz jedoch einen Dämpfer an.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat seine Gewinnprognose dank anhaltend guter Geschäfte mit Nachahmermedikamenten zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben. Der Gewinn 2011 wird nach Unternehmensangaben in der oberen Hälfte des erwarteten währungsbereinigten Anstiegs von 15 bis 18 Prozent liegen. Beim Umsatz rechnet der Konzern dagegen währungsbereinigt nur noch mit einem Plus von rund sechs Prozent statt wie bisher von sieben bis acht Prozent.

Im dritten Quartal ging der Umsatz leicht zurück auf 4,085 Mrd. Euro und lag damit unter den Erwartungen der Analysten. Das Konzernergebnis stieg dagegen im Jahresvergleich von 193 auf 202 Mio. Euro und übertraf damit die Schätzungen der Analysten.

FMC trifft Gewinnerwartungen knapp

Die Dialysetochter Fresenius Medical Care verbuchte im abgelaufenen Quartal Zuwächse sowohl bei Umsatz als auch Gewinn. FMC verdiente 279 Mio. US-Dollar, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und knapp so viel wie am Markt erwartet. Analysten hatten dem auf die Blutwäsche Nierenkranker spezialisierten Unternehmen einen Gewinn von 283 Mio. US-Dollar zugetraut.

Der Umsatz legte binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 2,242 Mrd. Dollar zu. Der durchschnittliche Umsatz pro Behandlung in den USA, eine der wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens, ging im Jahresvergleich leicht von 348 auf 345 Dollar zurück. Die Kosten pro Behandlung in den USA sanken etwas stärker von 283 auf 279 Dollar.

Für das Gesamtjahr bekräftigte FMC-Chef Ben Lipps die Ziele: Danach soll 2011 bei einem Umsatz von mehr als 13 Mrd. Dollar ein Konzernergebnis von 1,07 bis 1,09 Mrd. Dollar erzielt werden.

Keine Prognose für 2012

Bei Börsianern stoßen die Zahlen auf ein verhaltenes Echo. Einige Marktteilnehmer seien enttäuscht, dass bisher nichts zum Ausblick auf 2012 gesagt worden sei, heißt es. Ausblicke auf das kommende Jahr sollten bei den wenig konjunkturabhängigen Geschäftsmodellen zumindest in Ansätzen möglich sein. Ein Fresenius-Sprecher stellte gegenüber n-tv.de klar, dass das Unternehmen grundsätzlich erst im Februar einen Ausblick auf die Entwicklung im laufenden Gesamtjahres gibt.

Der erneut erhöhte Ausblick von Fresenius für 2011 liegt nach Einschätzung von Börsianern zudem lediglich im Rahmen der Analystenschätzungen. Zahlen und Ausblick von FMC bewegten sich ebenfalls im Rahmen der Erwartungen.

Quelle: nne/rts/DJ