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Große Emotionen im WM-Stadion von Manaus: Die Stadion-Kamera hebt den Jubel eines US-Fans aus den Massen heraus.
Große Emotionen im WM-Stadion von Manaus: Die Stadion-Kamera hebt den Jubel eines US-Fans aus den Massen heraus.(Foto: REUTERS)

Klinsmann-Effekt im Fernsehen: Fußball-WM befeuert US-Quoten

Die Weltmeisterschaft in Brasilien eröffnet US-Sendern im Land von Baseball, American Football und Basketball ganz neue Vermarktungschancen: Dank der frühen Erfolge der Klinsmann-Elf schnellen in den USA die Einschaltquoten in ungeahnte Höhen.

Randsportart mit Potenzial: Fußball ist in den USA hipp, jung, weiblich und irgendwie auch aufregend europäisch.
Randsportart mit Potenzial: Fußball ist in den USA hipp, jung, weiblich und irgendwie auch aufregend europäisch.(Foto: REUTERS)

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien entwickelt sich in den Vereinigten Staaten zu einem der größten Sportfernsehereignisse aller Zeiten. Beim Spiel der US-Auswahl gegen Portugal verzeichnete der Sportsender "ESPN" eigenen Angaben zufolge 18,2 Millionen Zuschauer - für US-Verhältnisse ein sensationelles Ergebnis. Marktforschern von Nielsen zufolge überstieg das Spiel - mit Ausnahme einer einzelnen Baseball-Partie - die Gesamtzahl aller Zuschauer der Baseball-World-Series-Spiele, die vergangenes Jahr auf "Fox" liefen. Außerdem schalteten in den USA mehr Menschen beim WM-Spiel ein, als bei jedem anderen Basketballspiel der NBA Finals, die dieses Jahr über "ABC" flimmerten.

Zählt man die 6,5 Millionen Zuschauer hinzu, die sich das Spiel USA gegen Portugal auf dem Sender "Univision" auf Spanisch ansahen, steigt die Gesamt-Zuschauerzahl auf 24,7 Millionen. So viele US-Zuschauer verfolgten im Jahr 2010 auch das Endspiel der Fußball-WM auf "ABC" und "Univision". Mit Spannung warten die Vermarktungsprofis nun auf die Einschaltquoten des anstehenden Vorrundenspiels USA gegen Deutschland am 26. Juni. Sollte es der Klinsmann-Elf gelingen, ins Achtelfinale einzuziehen oder gar in die Endrunde zu kommen, stünde der US-Profifußball vor einem absehbaren Popularitätsgewinnen.

König Football ungeschlagen

Für den Sportsender ESPN war bereits das Portugal-Spiel nach eigenen Angaben der größte Programmerfolg außerhalb der Football-Liga NFL und des College Footballs. Das WM-Spiel übertraf sogar den bisherigen Zuschauerrekord des Senders für ein einzelnes Fußballspiel. Bislang war in den USA noch das Endspiel der Frauen-Fußball-WM im Jahr 1999 das meist gesehene Turnier.

Zudem stellte das Spiel zwischen den USA und Portugal einen neuen Zuschauerrekord für die kostenpflichtige Online-App des Senders, "WatchESPN", auf. Jede Minute schauten über diese App durchschnittlich 490.000 Menschen zu.

Siegeszug der US-Fußballer

Auf "Univision" war es sogar das meist gesehene WM-Spiel eines US-Fußballteams in der Geschichte des Senders. Die Zuschauerzahl lag laut Univision noch 35 Prozent höher als beim Eröffnungsspiel 2014. Insgesamt haben bis zur Hälfte der WM 48 Prozent mehr Menschen die Fußball-WM-Übertragung auf Univision eingeschaltet.

Zum Vergleich: Mit Ausnahme von einem Spiel erreichten Baseball-Spiele in den USA laut Nielsen 12,5 Millionen bis 16 Millionen Zuschauer. Das Endspiel der World Series zog 19,2 Millionen Zuschauer an. Beim Endspiel der National Football League (NFL) im American Football kommen die US-Sender allerdings auf ganz andere Einschaltquoten. Beim 48. "Super Bowl", dem Spiel der Seattle Seahawks gegen die Denver Broncos, verzeichneten Marktforscher eine rekordreichweite in den USA von rund 111,5 Millionen TV-Zuschauern.

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Quelle: n-tv.de

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