Wirtschaft

Mega-IPO von "Government Motors": GM vor großer Nummer

General Motors strebt mit viel Tamtam zurück an die US-Börse. Und wie es sich für den einst weltgrößten Autobauer gehört, wird dabei nicht gekleckert sondern geklotzt. Die Zahl der auszugebenden Aktien wird deutlich aufgestockt. Es winkt der Titel des größten IPOs der Geschichte.

(Foto: REUTERS)

General Motors wird von der Nachfrage nach Aktien förmlich überrollt und steht vor dem größten Börsengang aller Zeiten. Wegen des starken Andrangs erhöhte die Opel-Mutter die Zahl der auszugebenden Stammaktien um knapp ein Drittel auf 478 Millionen. Zuvor hatte der US-Konzern schon das Volumen der Vorzugsaktien aufgestockt. Damit könnte GM mit 22,7 Mrd. Dollar die größte Aktienplatzierung gelingen.

Die bisher größte Aktienplatzierung aller Zeiten gelang der chinesischen AgBank mit 22,1 Mrd. Dollar. In den USA hält den bisherigen Rekord das Kreditkartenunternehmen Visa mit 19,7 Mrd. Dollar.

Der ebenfalls 2009 im Schnellverfahren mit staatlicher Hilfe gerettete GM-Rivale Chrysler steht bereits in den Startlöchern. Die vom italienischen Autobauer Fiat kontrollierte Nummer drei im Bunde der US-Autobauer will in der zweiten Jahreshälfte 2011 an den Aktienmarkt zurückkehren. Nur dem Rivalen Ford war die Sanierung ohne Staatshilfe gelungen.

Erstnotiz steht an   

Es ist soweit: GM geht wieder an die Börse.
Es ist soweit: GM geht wieder an die Börse.(Foto: picture alliance / dpa)

GM hatte bereits am Dienstag die Preisspanne für Stammaktien auf 32 bis 33 Dollar je Titel von ursprünglich maximal 29 Dollar erhöht. Einschließlich der Möglichkeit für Investoren, durch eine Mehrzuteilungsoption weitere Anteile zu zeichnen, können GM bei der Rückkehr aufs Börsenparkett 18,1 Mrd. Dollar aus dem Verkauf von Stamm- und 4,6 Mrd. Dollar aus der Platzierung von Vorzügen zufließen. Die Erstnotiz ist für Donnerstag in New York und Toronto geplant.

IPO ein Erfolg für Obama

Die Schritte zur Erhöhung des Aktienvolumens seien erfolgt, nachdem GM bis zum späten Dienstagabend Anfragen über Stammaktien im Wert von rund 70 Mrd. Dollar erhalten habe, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Damit kann auch die US-Regierung das Vorhaben als Erfolg verbuchen. Die Verstaatlichung des einst weltgrößten Autobauers vor einem Jahr war einer der umstrittensten wirtschaftspolitischen Eingriffe in der Geschichte und hatte GM den Spott als "Government Motors" eingetragen. Der amerikanische Staat hatte GM mit einem Hilfspaket über 50 Mrd. Dollar gestützt und hält seither 61 Prozent. Dieser Anteil könnte sich nun auf bis zu 33 Prozent verringern. Ursprünglich war ein Rückzug auf gut 40 Prozent geplant.

Fiat-Chef: "Ich bin entzückt"

Analysten und Automanager bezeichneten die Rückkehr von GM an den Aktienmarkt als positives Zeichen. Fiat-Chef Sergio Marchionne, der auch Chrysler führt, sagte, GM gebe gute Hinweise auf Preisvorstellungen des Marktes. "Ich bin entzückt, es hätte nicht besser laufen können", sagte Marchionne.

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Quelle: n-tv.de

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