Kapitaldurst im fernen OstenGerüchte um Mizuho
Zunächst sind es nur unbestätigte Gerüchte, doch wenn sie stimmen, dann haben die Japaner ehrgeizige Pläne: Die Tokioter Großbank Mizuho Financial bereitet offenbar eine umfangreiche Kapitalmaßnahme vor.
Japans zweitgrößte Bank Mizuho Financial Group plant Kreisen zufolge eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Das Geldhaus wolle Stammaktien im Volumen von umgerechnet 6,8 Mrd. Euro ausgeben, um strengere Kapitalanforderungen zu erfüllen, war aus dem Umfeld der Bank zu vernehmen.
Die Anteilsscheine sollten im Juni an in- und ausländische Investoren veräußert werden, hieß es. Eine Sprecherin der Bank wollte die Gerüchte nicht kommentieren. In einer Erklärung hieß es immerhin, es gebe nichts mitzuteilen.
In gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hieß es, die Pläne sollen noch an diesem Freitag bei einem Treffen auf höchster Ebene abgesegnet werden.
Relativ bescheiden
Mizuho steht unter Druck, sich frisches Kapital zu beschaffen. Die Konkurrenz ist diesen Schritt bereits gegangen: Der größere Rivale UFJ Financial nahm rund 11,8 Mrd. Euro ein. Die Nummer drei Sumitomo Mitsui Financial beschaffte sich rund 15,7 Mrd. Euro. Mizuho hat im selben Zeitraum nur knapp 4,5 Mrd. Euro eingenommen.
Vor diesem Hintergrund verbilligten sich die Aktien von Mizuho um mehr als vier Prozent. Analysten sagten, das genannte Volumen bleibe im Rahmen der Markterwartungen. Allerdings herrsche Unsicherheit darüber, wie viel tatsächlich nötig sei, da die Kapitalanforderungen nicht genau definiert seien.