Wirtschaft

Gewissenskonflikte sollen ans LichtGoldman Sachs kleinlaut

16.03.2012, 22:33 Uhr
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(Foto: AP)

Inmitten einer Welle aus Spott und Empörung über die Geschäftspraktiken von Goldman Sachs versucht die Investmentbank, mit kleinen Schritten aus dem Kreuzfeuer zu geraten. Nachdem die Bank bei einer milliardenschweren Übernahme grobe Interessenskonflikte verschwiegen hat, bedauert sie nun den Vorfall öffentlich und will ihre Geschäfte auf ähnliche Konflikte hin überprüfen.

Als Reaktion auf eine umstrittene Investmentberatung überprüft die US-Großbank Goldman Sachs ihren Geschäftsbetrieb auf mögliche Interessenkonflikte. Die Prozesse und Richtlinien bei den Investitionen der eigenen Angestellten und die Frage, wie diese offengelegt werden, würden untersucht, erklärte das Geldhaus. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die Bank könnte künftig die Investmentbanker auffordern, den Kunden ihre persönlichen Finanzbeteiligungen offenzulegen.

Hintergrund ist die jüngste Kritik an der Bank wegen ihrer Rolle als Berater des Erdgas-Unternehmens El Paso beim Verkauf an den Pipeline-Konzern Kinder Morgan. Goldman hielt vor der Transaktion eine milliardenschwere Beteiligung an Kinder Morgan. Der zuständige Banker war persönlich ebenfalls mit 340.000 Dollar an dem US-Konzern beteiligt. Goldman erklärte, man bedauere, dass das Führungsgremium von El Paso über die Investitionen nicht informiert worden sei.

Auch andere Banken wie Barclays, Bank of America und Citigroup prüfen dem Bericht zufolge derzeit, ob es Interessenskonflikte in ihren Investmentbanking-Abteilungen gebe. Die Geldhäuser wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

Goldman Sachs geriet erst vor ein paar Tagen in die Schlagzeilen, als ein Banker öffentlichkeitswirksam per Zeitungsartikel kündigte und in einem Frontalangriff eine Kultur der "Abzockerei" bei der legendären Investmentbank anprangerte. In einem Meinungsbeitrag in der "New York Times" mit dem Titel "Warum ich Goldman Sachs verlasse" schrieb der Manager Greg Smith, mehrere Investmentbanker hätten ihre eigenen Kunden als "Vollidioten" bezeichnet. Die Unternehmensführung wehrte sich gegen die Kritik. Goldman Sachs ist vor allem seit der Finanzkrise vermehrt zur Zielscheibe derartiger Vorwürfe geworden.

Quelle: ntv.de, nne/rts