Samstag, 23. Januar 2010
Computermodell versagt: Goldman schließt Hedgefonds
Rund 7 Mrd. Dollar verwaltete der Global-Equity-Opportunity-Fonds in seinen besten Zeiten. Ende des Jahres waren es nur noch 200 Mio. Dollar. Goldman Sachs zieht deshalb Konsequenzen.Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat nach massiven Kapitalabflüssen ihren Hedgefonds GEO geschlossen. Der Global-Equity-Opportunity-Fonds (GEO) verwaltete zum Ende des vergangenen Jahres nur noch ein Vermögen von 200 Mio. Dollar nach rund 7 Mrd. Dollar zu seinen Bestzeiten. Der Fonds war 2007 im Zuge von Finanzmarktturbulenzen erheblich unter Druck geraten. Die Investmentbank musste den Fonds damals mit einer Milliardenspritze stützen.
Der quantitative GEO-Fonds setzt eine computergesteuerte Investmentstrategie ein. Dabei treffen die Manager Investitionsentscheidungen nach Computermodellen, die sich an Marktmustern der Vergangenheit orientieren. Weil in jüngster Zeit das Verhalten der Marktteilnehmer aber völlig unberechenbar geworden war, versagten diese Computermodelle und quantitative Fonds gerieten in Schwierigkeiten.
US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag angekündigt, heimischen Banken mit einschneidenden Handelsregeln Grenzen zu setzen. So sollen die Banken unter anderem nicht mehr in Hedgefonds investieren, sie besitzen oder fördern dürfen.
Goldman Sachs hatte am Donnerstag für das vierte Quartal einen überraschend hohen Nettogewinn von 4,95 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Die Einnahmen bezifferte das Geldhaus auf 9,6 Mrd. Dollar.
rts
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