Gegen Aufspaltung der BahnGrube widerspricht FDP
Bahnchef Rüdiger Grube will den Verbund von Schienennetz und Transportgesellschaften erhalten. Er wendet sich damit gegen die Liberalen, die das Schienennetz von den Verkehrsbereichen trennen will.
Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hat sich gegen eine Aufspaltung seines Konzerns gewandt und steht damit im Widerspruch zu Union und FDP. Der Manager sprach sich in Berlin erneut für den Verbund von Schienennetz und Transportgesellschaften aus.
Dies sei etwa der entscheidende Faktor, um Pünktlichkeit im Bahnverkehr zu erreichen. "Das kann man nur gewährleisten, wenn alle Bereiche eng zusammenarbeiten." Das Beispiel England habe gezeigt, dass die Zersplitterung der Bahn der falsche Weg sei. Er könne sich nicht vorstellen, dass politisch Verantwortlichen diesen Argumenten nicht zugänglich seien.
Die FDP hat in ihrem Wahlprogramm klar das Ziel der Bahn-Privatisierung verankert: "Das Schienennetz dagegen wollen wir von den Verkehrsbereichen trennen und als Aktiengesellschaft im Eigentum des Bundes belassen", heißt es dort. Die Union bekennt sich in ihrem Wahlprogramm ebenfalls zur Privatisierung und macht deutlich: "Im Sinne einer Teilprivatisierung müssen Schienennetz und Bahnhöfe in der Hand des Bundes bleiben."
Gewerkschaften gegen Aufspaltung
Grube war wenige Monate vor der Bundestagswahl unter anderem mit Unterstützung des scheidenden Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee (SPD) zum Nachfolger von Hartmut Mehdorn ernannt worden, der ebenfalls eine Aufspaltung der Bahn über Jahre bekämpft hatte.
Die FDP und große Teile der Union wollen der Bahn das Schienennetz entziehen, um Konkurrenten des Staatskonzerns den Zugang zum Netz ohne Diskriminierung zu ermöglichen. Damit soll auch mehr Verkehr auf die Schiene gebracht werden.
Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA lehnen eine Aufspaltung ab, weil sie unter anderem die Zerschlagung des internen Arbeitsmarktes im Konzern befürchten. Hier können überzählige Arbeitskräfte aus den Bereichen Netz und Bahnhöfe zum Güter- oder Personenverkehr oder auch umgekehrt verschoben werden.
Börsengang nicht absehbar
Beide Gewerkschaften warnten erneut vor einem "blinden Privatisierungskurs". Angesichts der Lage auf den Finanzmärkten sei das auf absehbare Zeit nicht auf der Tagesordnung. Die Vorsitzenden Alexander Kirchner und Klaus-Dieter Hommel warnten, "das erfolgreiche Modell es integrierten Bahnkonzerns anzutasten und die DB AG zerschlagen zu wollen". Auch der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer warnte vor einer leichtfertigen Aufgabe des Konzernverbundes.
Grube selbst bekannte sich erneut grundsätzlich zur Option der Privatisierung, nannte sie aber derzeit nicht aktuell. "Ein Börsengang wäre eine Vernichtung von Unternehmenswerten", sagte er.