Wirtschaft

Neues AutoimperiumGrünes Licht für VW/Porsche

13.08.2009, 21:10 Uhr

Nach dem VW-Aufsichtsrat stimmte auch der Aufsichtsrat von Porsche einer Grundlagenvereinbarung zur Bildung eines integrierten Autokonzerns zu. Im Laufe des Jahres 2011 soll es eine Verschmelzung der Unternehmen geben. Damit ist ein monatelanger Machtkampf endgültig beendet.

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Porsche wird zehnte Marke im VW-Konzern. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Volkswagen und Porsche starten gemeinsam in eine neue Ära. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen machten in Wolfsburg nach einem monatelangen und erbitterten Machtkampf den Weg für ein neues Autoimperium frei. Im Laufe des Jahres 2011 sollen die beiden Autobauer miteinander verschmelzen. An der Spitze steht als neuer starker Mann VW-Chef Martin Winterkorn. Der neue Porsche-Chef Michael Macht wird im Gegenzug in die Konzernleitung der Volkswagen AG berufen und soll dort die Marke Porsche vertreten.

Sitz des integrierten Automobilkonzerns soll Wolfsburg sein. Mit dem kleinen, aber ertragsstarken Sportwagenbauer als zehnte Marke im Konzern will VW bei der Jagd auf den weltgrößten Autobauer Toyota Gas geben.

VW wird zunächst mit 42 Prozent beim Porsche-Automobilgeschäft (Porsche AG) einsteigen. Dies wird im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschehen mit einem Gesamterlös von voraussichtlich bis zu 3,3 Mrd. Euro, teilte Porsche mit. Grundlage sei ein Unternehmenswert der Porsche AG von 12,4 Mrd. Euro. Außerdem soll das österreichische Autohandelsgeschäft, die Porsche Gesellschaft mbH Salzburg, an VW verkauft werden. Wie viel Geld dabei fließen soll, wurde zunächst nicht bekannt.

Kapitalerhöhungen bei VW und Porsche

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Nicht in Stuttgart-Zuffenhausen, sondern in Wolfsburg fallen die Entscheidungen. (Foto: dpa)

Im ersten Halbjahr 2010 soll es bei VW eine Kapitalerhöhung geben, ein Jahr später dann auch bei der Porsche SE. Im Laufe des Jahres 2011 wird eine Verschmelzung der Volkswagen AG mit der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE angestrebt, die mit knapp unter 51 Prozent der Anteile noch immer die Mehrheit an VW hält. Die Verhandlungen mit dem Emirat Katar über einen Einstieg bei VW und Porsche sollen fortgesetzt werden.

Zu den Siegern bei der Grundlagenvereinbarung zählt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Die 20-prozentige Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung soll dauerhaft erhalten bleiben. Dies sichert dem Land Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an VW hält, weiter eine starke Stellung bei dem Autobauer. Die zwei Entsenderechte im VW-Aufsichtsrat für das Land sollen dauerhaft in der VW-Satzung verankert werden. Entsprechende Beschlüsse sollten bereits auf der nächsten VW- Hauptversammlung gefasst werden, hieß es.

Großer Sieger Piëch

Außerdem sei vereinbart worden, dass für die Zeit bis 2011 kein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zwischen der Porsche SE und der Volkswagen AG abgeschlossen wird.

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Ferdinand Piëch ist am Ziel. (Foto: AP)

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter hatten sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verzockt und mindestens zehn Mrd. Euro Schulden angehäuft. Beide hatten vor drei Wochen als Konsequenz daraus ihren Hut genommen. Der grundlegenden Einigung war eine nervenaufreibende und schmutzige Übernahmeschlacht vorausgegangen. Als Sieger ging daraus vor allem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hervor.

"Nur Gewinner"

Porsche wird aus Sicht von VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch die Ertragskraft des VW-Konzerns deutlich stärken. Das operative Ergebnis werde jährlich um 700 Mio. Euro steigen, sagte der Manager.

Er sprach von einem "strategischen Meilenstein" für den Konzern. VW werde auch weiterhin grundsolide finanziert sein. VW bleibe sich seiner Linie treu und lasse sich auf keine Abenteuer ein. VW zahle für seine Beteiligung an der Porsche AG einen fairen Preis. "Alle ziehen jetzt an einem Strang", sagte Pötsch. Es gebe nur Gewinner.

Quelle: wne/dpa/rts