Aktionäre sollen nachschießenHCI tief im Minus
Das Emissionshaus HCI Capital bekommt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit volle Wucht zu spüren. Weil die Nachfrage nach Fonds-Produkten stark nachlässt, rutscht das Unternehmen immer tiefer in die Verlustzone.
In den ersten neun Monaten verbucht HCI Capital einen Fehlbetrag von 41,8 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war bei dem Fondsanbieter ein Minus von 11,7 Mio. Euro aufgelaufen. Das bei Anlegern für neue Fonds eingeworbene Eigenkapital sank von 508 Mio. im Vorjahr auf 100 Mio. Euro, teilte HCI am Montag mit.
Im wichtigsten Bereich Schiffsfinanzierung schrumpfte das Volumen von 264 Mio. auf 65 Mio. Euro. Im bislang zweitgrößten Bereich Immobilien warb HCI immerhin noch eine Million Euro ein nach 113 Millionen in den ersten neun Monaten des Jahres 2008.
Das im August angekündigte Sanierungskonzept ist zwar immer noch nicht verabschiedet. Es liege aber inzwischen den Gremien aller involvierten Banken zur Beschlussfassung vor, teilte HCI mit. Der Plan sieht unter anderem eine Stundung von Darlehen bis zum 30. September 2010 vor und ein Moratorium für Eventualverbindlichkeiten bis Mitte 2013. Zudem sollen die Aktionäre 22 Mio. Euro frisches Kapital zuschießen, wobei die Großaktionäre MPC Capital und Döhle die Kapitalerhöhung absichern wollen.
Neben der schwachen Geschäftsentwicklung drückten auch massive Wertberichtigungen auf das Ergebnis. HCI hat mit einem Sparprogramm reagiert, im Zuge dessen es gelang, die Sach- und Personalkosten um 14 Prozent zu drücken.