Nach der "Entgiftung"HRE will wieder mitspielen
Befreit von allen "Giftpapieren", will die Hypo Real Estate (HRE) im kommenden Jahr durchstarten und Gewinn machen. Damit nicht genug: Die mit Staatsgeldern geretten Münchner peilen eine Kernkapitalquote von zehn Prozent an. Als Kernbank fungiert die Deutsche Pfandbriefbank (pbb).
Die Hypo Real Estate (HRE) will nach der Auslagerung ihrer Altlasten in eine Bad Bank im Kerngeschäft nächstes Jahr nicht nur wieder Gewinne machen, sondern auch durch Neugeschäft wachsen. Der Refinanzierungsplan der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) als künftiger Kernbank beinhalte genügend Mittel, um das Bilanzvolumen um rund fünf Prozent pro Jahr zu steigern, teilte die HRE mit.
Die Kernkapitalquote werde bei über zehn Prozent liegen. Strategisch liegt der Fokus der pbb auf dem Immobilien- und Staatsfinanzierungsgeschäft in Europa. Die Refinanzierung soll vor allem über Pfandbriefe erfolgen.
Die in der Finanzkrise mehrfach vor dem Kollaps gerettet HRE hatte am Wochenende Kredite und Wertpapiere im Nominalvolumen von 173 Milliarden Euro auf Deutschlands größte Bad Bank übertragen. Damit ist die Münchner Bank, die einst im Dax gelistet war und in der Krise mit Finanzhilfen von rund 150 Milliarden Euro gestützt werden musste, ihren "Giftmüll" los und kann einen Neuanfang wagen.
Die HRE präzisierte in einer Präsentation, 131 Milliarden Euro seien bei der Auslagerung von der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa gekommen, 42 Milliarden von der pbb. Der Depfa-Anteil gliedere sich wiederum in Anleihen in Höhe von 103 Milliarden Euro und Kredite über 28 Milliarden auf. Bei der pbb seien es Immobilienkredite im Volumen von 27 Milliarden Euro gewesen, Staatsanleihen über 13 Milliarden Euro sowie zu einem kleineren Teil Kredite an die öffentliche Hand.