Wirtschaft

Millionenschwere EntschuldigungHSH und Roth finden Lösung

28.01.2011, 11:48 Uhr

Die HSH Nordbank einigt sich fast zwei Jahre nach der unrechtmäßigen Trennung von ihrem damaligen Vorstandsmitglied Roth mit dem Manager auf eine Abfindungszahlung. Roth sieht sich vollkommen rehabilitiert.

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Frank Roth (Foto: dapd)

Die HSH Nordbank und der zu Unrecht wegen des Verdachts des Geheimnisverrats geschasste Vorstand Frank Roth haben ihren Streit über die Entlassung beigelegt. "Der Aufsichtsrat und Roth haben ihre Vergleichsverhandlungen einvernehmlich beendet", sagte ein Banksprecher. Weder das Geldinstitut noch der Sprecher des Managers gaben Auskunft über die Höhe der finanziellen Regelung.

Medienberichten zufolge liegt die Summe bei rund fünf Mio. Euro. Die Bank habe sich mit dem Anwalt des früheren IT- und Personalvorstands darauf geeinigt, die Ansprüche aus dem bis Juni 2011 laufenden Vertrag, Pensionsansprüche und eine Entschädigung in dieser Höhe zu zahlen, hieß es. Das Geld solle in mehreren Schritten ausgezahlt werden.

Damit erhält der 51-jährige Manager mehr als doppelt soviel wie der wegen riskanter Finanzgeschäfte und einer Spitzelaffären in Ungnade gefallene Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher. Der Vorstandschef, der auf Druck der beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein Ende März seinen Hut nehmen muss, erhält aus seinem bis Ende 2012 laufende Vertrag sowie Pensionsansprüchen angeblich Zahlungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Als Nachfolger Nonnenmachers wurde der Investmentbanker Paul Lerbinger berufen. Der einstige Citigroup-Banker soll Anfang März bei der HSH anfangen und einen Monat später an die Spitze der staatlich gestützten Bank aufrücken.

Kopper rudert zurück

Roth war im April 2009 von der HSH Nordbank unter dem Verdacht entlassen worden, geheime Unterlagen weitergegeben zu haben. Ermittlungen der schleswig-holsteinischen Generalstaatsanwaltschaft entlasteten den Bankmanager jedoch. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Bank gezielt falsche Spuren gelegt habe, um Roth zu diskreditieren. Daraufhin leitete die Bank den Rückzug ein. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper entschuldigte sich bei Roth. Davor hatte er die Meinung vertreten, für ein Arrangement mit Roth sei "weder moralisch noch rechtlich irgendein Raum". Der Rechtskoordinator der Bank, Klaus Landry, räumte später ein, dass Roth "grob, falsch und schlecht" behandelt worden sei.

Teil der Einigung ist Angaben aus Roths Umfeld zufolge eine Verpflichtung des Aufsichtsrats, der nächsten Hauptversammlung zu empfehlen, Roth für die Jahre 2009 und 2010 zu entlasten. Damit macht die Bank deutlich, dass dem früheren Manager keine Verfehlungen zur Last gelegt werden. Roth ließ durch seinen Sprecher erklären, er sehe sich durch die ihn entlastenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Entschuldigung der Bank vollkommen rehabilitiert.