Wirtschaft
April 2010: Elf Menschen sind tot, die Plattform ist verloren, das Unglück nimmt seinen Lauf.
April 2010: Elf Menschen sind tot, die Plattform ist verloren, das Unglück nimmt seinen Lauf.(Foto: Reuters)

Wer ist Schuld an "Deepwater Horizon"?: Halliburton fordert Schadenersatz

Mehr als ein Jahr nach Beginn der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten zerrt der US-amerikanische Erdölkonzern Halliburton seinen Geschäftspartner BP vor Gericht: Bei den Arbeiten auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexico sollen die Briten den Amerikanern wesentliche Informationen vorenthalten haben. BP hatte zuvor versucht, Halliburton einen Teil der Schuld in die Schuhe zu schieben.

Der US-Ölbohrkonzern Halliburton hat den britischen Rohstoffkonzern BP im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko von 2010 auf Schadenersatz verklagt.

Katastrophe vor der Südküste der USA: Der offizielle Untersuchungsbericht für den US-Präsidenten.
Katastrophe vor der Südküste der USA: Der offizielle Untersuchungsbericht für den US-Präsidenten.(Foto: REUTERS)

Halliburton begründete die Klage vor einem Gericht im US-Bundesstaat Texas mit ungenauen Informationen, die BP dem Unternehmen vor der Verrichtung von Zementarbeiten am Bohrloch lieferte, die als mitverantwortlich für die Katastrophe angesehen werden. Zudem habe BP Halliburton bei den US-Ermittlungsbehörden angeschwärzt und die unzureichende Weitergabe von Informationen verschwiegen.

Eine Ermittlungskommission war im vergangenen Oktober zu dem Schluss gekommen, dass eine falsche Zementmischung am Rand des Bohrlochs zu der Katastrophe beigetragen hatte.

Halliburton teilte die Höhe der Schadenersatzforderung nicht mit. Im April hatte BP seinerseits gegen Halliburton geklagt und dem Unternehmen Mitschuld an der Ölpest gegeben.

Die größte Aufräumaktion der Geschichte

Zu Beginn der Katastrophe im April 2010 waren elf Arbeiter bei einer verheerenden Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" ums Leben gekommen. Das Feuer hatte die gesamte Bohrinsel erfasst. Wenige Tage später war die wertvolle Anlage komplett ausgebrannt und im Meer versunken.

Durch das aufgerissene Bohrloch waren in der Folge 4,9 Mio. Barrel Rohöl ungebremst ins offene Meer geströmt. Das entspricht einer Menge von rund 769 Mio. Litern. Das auslaufende Öl hatte schwere Umweltschäden auf offener See und an den angrenzenden Küsten verursacht.

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Quelle: n-tv.de

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