Wirtschaft

Tui schmiedet BörsenpläneHapag-Lloyd reif fürs Parkett?

10.09.2010, 17:09 Uhr

Die Tui steht vor einem drastischen Umbau. Um die britische Tochter Tui Travel komplett übernehmen zu können, will sich der Konzern von seinem Anteil am Schifffahrtskonzern Hapag-Lloyd trennen. Ein Börsengang wird Kreisen zufolge diskutiert.

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Bald auf dem Börsenparkett? Hapag-Lloyd (Foto: picture alliance / dpa)

Der Reisekonzern Tui bereitet sich Unternehmenskreisen

zufolge auf einen Börsengang von Hapag-Lloyd vor. "Das Projekt wird jetzt

angeschoben", sagte ein Insider. Ein sogenanntes Initial Public Offering

(IPO) der Reederei sei eine der Optionen, die Tui für eine Trennung von seiner

43-Prozent-Beteiligung an dem Schifffahrtskonzern ins Auge fasse, sagten

mehrere mit der Situation vertraute Personen. Zuvor hatte der Aufsichtsrat zwei

Tage lang verschiedene Optionen für die Zukunft der Tui diskutiert.

Ein Konzernsprecher sagte, es habe bei dem Treffen weder

eine Vorfestlegung noch eine Entscheidung gegeben. Das Unternehmen verfolge

alle Optionen weiter. Neben einem Börsengang stehen noch ein Verkauf des Anteils

an das Hapag-Eignerkonsortium oder einen Finanzinvestor im Raum.

Tui vor Konzernumbau

Eine Trennung von Hapag wäre der Startschuss für einen

Konzernumbau. Mit dem Verkaufserlös erwägt Tui eine Übernahme der britischen

Tochter TuiTravel, an der TUI derzeit 57,5 Prozent hält. "Das Ziel ist es,

Tui und Tui Travel bis 2012 zusammenzuführen", sagte eine Person. Das

würde hohe Synergien bringen, sagte eine

weitere Person. Zudem verfüge die Tui AG über einen hohen Verlustvortrag.

Beides zusammen mache 700 Mio. bis 800 Mio. Euro aus.

Der Zeitpunkt für eine vollständige Trennung von

Hapag-Lloyd steht noch nicht fest. Eine mit den Plänen vertraute Person sprach

von einem Börsengang bereits im kommenden halben Jahr. Das wäre aber nur mit

Zustimmung der übrigen Hapag-Eigner möglich. Ein anderer Insider betonte

jedoch, Tui stehe nicht unter Zeitdruck und werde den besten Zeitpunkt für

einen Verkauf abwarten. Hapag-Lloyd wollte sich zu den Informationen nicht

äußern.

IPO 2011?

In Finanzkreisen hieß es, ein Börsengang sei frühestens

im zweiten Quartal 2011 realistisch. Zuvor müsse sich Hapag noch neue

Kreditlinien sichern und die Staatsgarantien, die das Unternehmen nie in

Anspruch genommen hatte, zurückgeben. "Bevor diese beiden Probleme gelöst

sind, muss man nicht an die Börse denken. Das ist noch ein langer Weg bis

dorthin", sagte ein Insider.

Quelle: rts