Superheld verzweifelt gesuchtHasbro spielt Monopoly
Im Spielwarenhandel geben Familenväter ihre krisenbedingte Knausrigkeit auf: Hersteller wie Hasbro berichten von steigenden Gewinnen. Martialische Fantasiefiguren wie "G.I. Joe" verlieren allerdings an Bedeutung. Klassiker aus dem Brettspiel-Segment tragen das Geschäft.
Spiele und Puzzle sind die Renner beim weltweit zweitgrößten Spielzeughersteller Hasbro. Im zweiten Quartal konnte der Mattel-Konkurrent deutlich mehr der Klassiker verkaufen. Auch Spielzeug für Vorschulkinder lief weiterhin blendend. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 44 Mio. US-Dollar. Von Hasbro stammen unter anderem die "Super-Soaker"-Wasserpistolen und die Brettspiellegende "Monopoly".
Weil allerdings Nachfolger für die im Vorjahreszeitraum so erfolgreichen Filmfiguren "Transformers" und "G.I. Joe" fehlten, schrumpfte der Umsatz um sieben Prozent auf 738 Mio. Dollar. Den Rückgang konnte Hasbro nach eigenen Angaben durch die Absenkung der Lizenzgebühren und niedrigere Werbeausgaben auffangen.
Im Gesamtjahr geht Konzernchef Brian Goldner weiterhin von einem steigenden Umsatz und Gewinn aus. Im vergangenen Jahr hatte Hasbro nicht anders als die Konkurrenz die Krise zu spüren bekommen, die Kunden hielten sich mit Käufen zurück. Ab dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ging es allerdings wieder aufwärts.
Die bekannten Hasbro-Marken hatten jüngst einen Finanzinvestoren angelockt. Doch das Hasbro-Management ließ den Firmenaufkäufer abblitzen. Auch beim größeren Rivalen Mattel liefen die Geschäfte zuletzt blendend dank seiner "Barbie"-Puppen und "Hotwheels"-Autos.