Wirtschaft
Jahrgang 1958, verheiratet, vier Kinder: Dr. Bern Scheifele steuert Deutschlands größten Baustoffkonzern.
Jahrgang 1958, verheiratet, vier Kinder: Dr. Bern Scheifele steuert Deutschlands größten Baustoffkonzern.(Foto: picture alliance / dpa)

Baustoffe für Asien und Nordamerika: Heidelbergcement verdient mehr

In der Welt der Zementhersteller laufen die Kennzahlen der großen europäischen Rivalen in verschiedene Richtungen. Wenige Tage nach dem Baustoffriesen Lafarge aus Frankreich öffnet der Dax-Konzern Heidelbergcement seine Bücher: Umsatz und Gewinn ziehen deutlich an.

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Der Baustoffkonzern Heidelbergcement hat im zweiten Quartal vor allem dank seines Sparkurses und Preiserhöhungen einen Gewinnzuwachs verzeichnet. Der Gewinn nach Minderheiten sei im Zeitraum April bis Juni auf 184 Mio. Euro gestiegen, teilte der Dax-Konzern aus Heidelberg mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Zementhersteller bei dieser Kennzahl einen Gewinn von 159 Mio. Euro verzeichnet.

Der operative Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 7,1 Prozent auf 698 Mio. Euro zu. Der Umsatz kletterte um 11,4 Prozent auf 3,781 Mrd. Euro. Im Vorfeld befragte Analysten hatten mit Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis bereits gerechnet.

Das Unternehmen konnte eigenen Angaben zufolge vor allem von einer guten Nachfrage in Asien, aber auch in Nordamerika profitieren. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Baustoffkonzern. Demnach peilt Heidelbergcement weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Vorsteuerergebnis an.

Vor dem Wochenende hatte mit Lafarge bereits der große Wettbewerber aus Frankreich seine Quartalszahlen vorgelegt und dabei einen scharfen Gewinneinbruch aufgedeckt.

Lafarge leidet unter Griechenland

Der weltgrößte Zementhersteller bekommt eigenen Angaben zufolge die Auswirkungen der Krise um Griechenland zu spüren. Im abgelaufenen Quartal brach der Überschuss bei dem französischen Zementriesen um 80 Prozent auf 57 Mio. Euro ein.

Belastend wirkten insbesondere eine Abschreibung von 200 Mio. Euro auf das Griechenland-Geschäft sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 54 Mio. Euro. Preiserhöhungen und einer stärkeren Nachfrage aus Nordamerika und Asien kurbelten dagegen die Erlöse an.

Der Umsatz stieg bei dem Rivalen von Heidelbergcement und dem schweizerischen Holcim-Konzern um fünf Prozent auf 4,26 Mrd. Euro.

Lafarge fährt einen Sparkurs und will bis 2015 auf größere Zukäufe verzichten, um das Ergebnis zu steigern. Akquisitionen hatten den Schuldenberg des Zementriesen deutlich erhöht. Ende Juni lagen die Netto-Verbindlichkeiten bei 12,5 Mrd. Euro.

Eine Bugwelle aus Schulden

Im kommenden Jahr sollen die Schulden unter die Marke von zehn Milliarden gedrückt werden, bekräftigte Lafarge. Eine Milliarde Euro will der Konzern mit Verkäufen erzielen. "Wir arbeiten ständig an einer Reihe von Projekten", sagte Konzernchef Bruno Lafont.

Lafarge bekräftigte zudem, weiter mit einer hohen Nachfrage vor allem aus den aufstrebenden Schwellenländern zu rechnen. Der Branchenprimus erwartet ein Marktwachstum zwischen ein und vier Prozent im laufenden Jahr.

Der Wettbewerber Holcim will am 15. August über das erste Halbjahr berichten.

Quelle: n-tv.de

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