Wirtschaft

Strafe gegen Waschmittelkonzerne: Henkel muss zahlen

Das französische Kartellamt holt zum Schlag gegen Waschmittelkonzerne aus. Grund sind illegale Preisabsprachen. 361,3 Millionen Euro sollen die Unternehmen zahlen. Auf den deutschen Konzern Henkel entfallen 92,3 Millionen Euro. Das Dax-Unternehmen will sich aber dagegen zur Wehr setzen.

Mehr als 90 Millionen Euro soll Henkel berappen.
Mehr als 90 Millionen Euro soll Henkel berappen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die französische Kartellbehörde hat wegen illegaler Preisabsprachen empfindliche Bußgelder gegen internationale Waschmittelriesen wie den deutschen Henkel-Konzern verhängt. Insgesamt belegten die Wettbewerbshüter die Hersteller mit Strafen in Höhe von 361,3 Millionen Euro.

Den Löwenanteil muss das US-Unternehmen Procter & Gamble mit 233,6 Millionen Euro schultern, auf Colgate Palmolive entfallen 35,4 Millionen Euro. Henkel wurde mit 92,3 Millionen Euro zur Kasse gebeten. Der vierte Teilnehmer an dem Kartell, Unilever, kam ohne Strafe davon - der Konzern diente den Ermittlern als Kronzeuge.       

Der Persil-Produzent Henkel geriet damit erneut ins Visier der europäischen Kartellbehörden. Das Bundeskartellamt hatte erst Ende November ein Bußgeld gegen den Wettbewerber Reckitt Benickser von rund 24 Millionen Euro erlassen - unter dem Vorwurf, mit dem Düsseldorfer Hersteller Absprache bei Geschirrspülmitteln wie "Calgonit" und "Somat" zu Lasten der Verbraucher getroffen zu haben. Henkel selbst kam ohne Strafe davon - der Konzern profitierte in diesem Fall selbst von der Kronzeugenregelung. 

Henkel will klagen

Im vergangenen April hatte bereits die EU-Kommission führende Waschpulver-Hersteller wegen illegaler Absprachen mit Geldstrafen von insgesamt 315 Millionen Euro belegt. Auch hier trafen die Bußgelder Procter & Gamble - sowie auch Unilever. Henkel blieb straffrei, denn der Konzern diente den EU-Wettbewerbshütern als Informant. Henkel sei 2008 an die EU-Kartellwächter herangetreten, nachdem das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter aufgefallen sei, hatte Henkel damals erklärt. 

Darauf stützt sich der deutsche Waschmittelriese nun auch in dem französischen Fall. Henkel habe "relevante Informationen" geliefert, die auch zur Aufklärung des Falls beigetragen hätten. Auch habe Henkel als erstes Unternehmen "die europäische Dimension" des Waschmittel-Kartells aufgedeckt. Trotzdem sei Henkel in Frankreich mit einer Strafe belegt worden - und wolle nun dagegen klagen: "Henkel ist weder mit dem Bußgeld noch mit der rechtlichen Bewertung einverstanden."

Offensichtlich geht der Konsumgüterriese davon aus, sich mit seiner Auffassung vor Gericht durchzusetzen und die Millionen-Strafe aushebeln zu können: Das Unternehmen erwarte keine Auswirkungen auf die Prognose für das Geschäftsjahr 2011 oder die Finanzziele 2012, betonte der Konzern.

Quelle: n-tv.de

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