Aber Aufträge sprudeln langsamerHochtief verdient mehr
Der größte deutsche Baukonzern Hochtief geht mit prall gefüllten Orderbüchern in sein neues Geschäftsjahr. Beim Auftragseingang musste das Unternehmen nach dem langen Winter im ersten Quartal aber Federn lassen. Bei den Erträgen konnte Hochtief im ersten Quartal dagegen zulegen.
"Unsere Auftragslage ist gut, der Auftragsbestand des Konzerns erreichte mit 36,74 Mrd. Euro einen neuen Höchststand", bilanzierte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter im Quartalsbericht. Der Auftragseingang sank im traditionell eher schwachen Winterquartal jedoch deutlich von 4,38 Mrd. Euro im Vorjahr auf 3,45 Mrd. Euro. Großprojekte in Asien und Deutschland hätten sich verschoben, erklärte der Hochtief-Chef. Ein "guter Teil" der Differenz sei aber im April wieder aufgeholt worden.
Hochtief verzeichnete zwischen Januar und März bei Umsatzerlösen von 4,45 Mrd. Euro ein von 117,7 auf 120,5 Mio. Euro gestiegenes Vorsteuerergebnis (EBT). Nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 34,1 Mio.Euro übrig. Die Vorjahreszahlen wurden aber durch neue Rechnungslegungsstandards gemäß IFRIC nach oben angepasst, vor dem Sondereffekt lag der Gewinn des Vorjahreszeitraums bei 24,2 Mio. Euro. Beim Gewinn blieb Hochtief damit über den Erwartungen des Marktes. Analysten hatten ein EBT von 118 Mio. Euro und einen Gewinn von 32 Mio. erwartet.
Die Erträge steigerte Hochtief aber weniger rasant als Konkurrent Bilfinger Berger, der seinen Überschuss auf 48 Mio. Euro verdoppelt hatte. Der Auftragseingang stagnierte bei dem Hochtief-Konkurrenten im ersten Quartal. Der französische Bauriese Vinci hatte wegen des langen Winters von Januar bis März sogar einen Umsatzrückgang verbucht.
Hochtief musste vor allem in der Region Asien/Pazifik mit der über Jahre boomenden Tochter Leighton beim Auftragseingang Einbußen hinnehmen. Die neuen Orders gaben dort um 42,3 Prozent auf gut eine Milliarde Euro nach. Die australische Tochter arbeitete dabei aber deutlich profitabler. Leighton selbst teilte in der Nacht mit, der Konzern rechne für sein Geschäftsjahr mit weniger Umsätzen als bisher angenommen. Beim Gewinn will Leighton aber weiter zulegen. Schwarze Zahlen konnte Hochtief im Quartal auch im europäischen Baugeschäft schreiben, das in der Vergangenheit wegen Problemen in Deutschland in die Verlustzone gerutscht war.