Experte erwartet TrendwendeHoffnung für Arbeitsmarkt
Der Chefvolkswirt des Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, erwartet, dass im zweiten Halbjahr dieses Jahres der Beschäftigungsaufbau den Stellenabbau wieder ausgleicht.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet angesichts der leichten konjunkturellen Erholung, dass es noch in diesem Jahr eine Trendwende am Arbeitsmarkt in Deutschland geben wird. "Die Beschäftigungspläne der Unternehmen liegen zwar noch im negativen Bereich, haben sich aber innerhalb weniger Monate deutlich verbessert", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier der "Berliner Zeitung".
Das mache Hoffnung, "dass wir schon im zweiten Halbjahr die Kehrtwende am Arbeitsmarkt erleben", so Treier. Dann dürfte der Beschäftigungsaufbau den Stellenabbau wieder ausgleichen.
Er geht davon aus, dass die Firmen die meisten ihrer Mitarbeiter trotz der Krise in der Hoffnung halten, dass die höheren Auftragseingänge ein fester Trend werden. Zum anderen seien die Firmen dabei, sich in Branchen wie erneuerbare Energien neue Standbeine zu schaffen, um dort von weltweiten Trends zu profitieren. Das gehe aber nur mit einem Stamm von Facharbeitern. "Wenn die Konjunktur auf den Weltmärkten wieder stärker anzieht, dürften die deutschen Firmen mit als erste daran teilhaben", sagte der Volkswirt voraus.
Zeitarbeiter werden gebraucht
Aus Sicht des Bundesverbandes Zeitarbeit wird die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr nicht dramatisch zunehmen. "Die im Aufschwung anfallende Mehrarbeit bewältigen die Betriebe bestimmt nicht ohne die Hilfe von Zeitarbeitern", sagte der Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen der "Berliner Zeitung". Am Ende könne somit die Zeitarbeit dazu beitragen, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr doch nicht ganz so stark zunimmt, wie teils befürchtet.
Anzeichen für einen Austausch von festen Mitarbeitern durch Leiharbeiter im großen Stil sieht Hinsen nach eigenen Angaben nicht. "Ich glaube nicht, dass Unternehmen jetzt massenhaft Mitarbeiter entlassen, um dafür Zeitarbeiter einzustellen", sagte er. Das wäre unlogisch. Die Betriebe hätten ihre Belegschaften nicht ohne Grund so lange in der Krise gehalten. Dennoch gebe es Unternehmen mit zusätzlichem Kräftebedarf.
Im Durchschnitt des Jahres 2009 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) 3,423 Millionen Menschen ohne Job. Dies waren 155.000 mehr als im Jahr 2008. Der DIHK geht von 3,9 Millionen aus. Laut BA-Chef Frank-Jürgen Weise ist 2010 keine Entspannung am Arbeitsmarkt zu erwarten. Nach Schätzung Weises ist damit zu rechnen, dass sich die Arbeitslosenzahl im Herbst in Richtung der Vier-Millionen-Marke bewegt.