Montag, 04. Januar 2010
Pensionäre verzichten: Hoffnung für Japan Airlines
Die krisengeschüttelte Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) hat sich mit der Mehrheit ihrer Mitarbeiter auf eine Reduzierung der Pensionslasten geeinigt. Mehr als zwei Drittel der rund 16.000 Angestellten hätten einer Senkung der Zahlungen zugestimmt, teilte die Airline mit. Durch die Einigung wendet JAP ein Defizit von schätzungsweise 2,5 Mrd. Euro aufgrund von Pensionsverpflichtungen ab. Zudem steigen damit die Chancen für die Fluggesellschaft auf eine Rettung durch die Regierung. Die staatliche Sanierungsgesellschaft Etic prüft derzeit, ob JAL eine Finanzspritze erhält.
JAL-Präsident Haruka Nishimatsu hatte sich am Sonntag gegen eine Sanierung über ein staatlich gelenktes Insolvenzverfahren ausgesprochen. Etic bevorzugt aber offenbar eine Insolvenz für eine Rettung der nach Umsatz größten Fluggesellschaft in Asien. Spekulationen über einen Bankrott hatten die Aktien des Unternehmens in der vergangenen Woche auf ein Rekordtief gedrückt.
Am Montag kletterte die JAL-Aktie 31 Prozent an der Tokioter Börse. Hintergrund des Kurssprungs war die Nachricht, dass die Regierung die staatliche Development Bank of Japan (DBJ) gebeten hat, die Kreditlinie für JAL zur Fortsetzung des Flugbetriebs auf 200 Mrd. Yen (1,5 Mrd. Euro) zu verdoppeln.
Japan Airlines bekommt den weltweiten Einbruch auf dem Reisemarkt massiv zu spüren. Zudem leidet das Unternehmen unter seiner aufgeblähten Kostenstruktur. Das mit einer Schuldenlast von gut zehn Mrd. Euro belastete Unternehmen hatte im Oktober Etic um Hilfe gebeten. JAL steuert auf den vierten Jahresverlust binnen fünf Jahren zu. Eine Pleite von JAL wäre die sechstgrößte in der Geschichte Japans.
rts
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