Wirtschaft

Verluste von der Steuer abziehenHoffnung für Madoff-Opfer

09.12.2009, 17:15 Uhr

Für manche Geschädigte des Milliardenbetrügers Bernie Madoff könnte der finanzielle Schaden einem Pressebericht zufolge geringer ausfallen als zunächst befürchtet. Dank attraktiver Steuervorteile und Rückzahlungen können einige Anleger offenbar auf begrenzte Verluste hoffen.

RTR2565G
(Foto: REUTERS)

Für manche Geschädigte des Milliardenbetrügers Bernie Madoff könnte der finanzielle Schaden einem Pressebericht zufolge geringer ausfallen als zunächst befürchtet. Attraktivere Steuervorteile, Rückzahlungen durch den Anleger-Sicherungsfonds (SIPC) sowie die vom Insolvenzverwalter gesicherten Madoff-Vermögen ließen einige Anleger auf begrenzte Verluste hoffen, schreibt das Wall Street Journal.

Laut einem aktuellen Gesetz könnten Opfer von Schneeball-Systemen nahezu den gesamten Verlust noch im Jahr des aufgetretenen Schadens von der Steuer abziehen, während sie zuvor Jahre auf eine Geltendmachung nur einer Teilsumme hätten warten müssen, berichtet die Zeitung. Zudem könnten die Anleger sich nun die Steuern der letzten fünf statt bislang drei Jahre zurückholen und Verlustvorträge für die kommenden 20 Jahre geltend machen. Zusätzlich habe der SIPC, der für Verluste durch betrügerische oder insolvente Brokerfirmen mit bis zu 500.000 US-Dollar geradesteht, den Madoff-Opfern 500 Mio. US-Dollar zugesagt.

Die tatsächlich nachprüfbaren Verluste durch Madoffs Schneeballsystem lägen derzeit bei 19,4 Mrd. US-Dollar (13,1 Mrd. Euro), schreibt das Blatt. Ende Oktober beliefen sich die vom Insolvenzverwalter Irving Picard anerkannten Verluste noch auf rund 21 Mrd. US-Dollar. Insgesamt 4,7 Mrd. US-Dollar an Forderungen der geprellten Anleger seien bisher genehmigt worden. Picards Mitarbeiter hätten bislang in Madoffs ehemaliger Firma Werte in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar gefunden. Mindestens 15 Mrd. US-Dollar will Picard über laufende Klagen gegen Investoren und mögliche Mitwisser Madoffs zurückholen, die zu Unrecht Gewinne eingestrichen hätten.

Damit sei das finanzielle Desaster für die Geschädigten nicht annähernd so schlimm, wie befürchtet. Einschließlich sämtlicher Vergünstigungen könnte sich deren Minus auf gut 40 Prozent beschränken, sagte der New Yorker Steuerberater Robert Willens dem Blatt. Nach Aussage des New Yorker Anwalts Barry Nagler dürften vermögende Investoren, die in den vergangenen Jahren hohe Steuern bezahlt hätten und auch künftig gut verdienen würden, die größten Vorteile haben.

Der 71-jährige Madoff war vor genau einem Jahr verhaftet und Ende Juni zur Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit einem jahrelangen 65 Mrd. US-Dollar (44 Mrd. Euro) schweren Schneeball-System hatte er weltweit tausende Anleger geschädigt.

Quelle: dpa