Wirtschaft

Neue Schätzung zur ÖlnachfrageIEA schraubt Prognose zurück

13.10.2010, 15:45 Uhr

Der Rohstoffbedarf der Welt steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für das kommende Jahr gehen Experten allerdings davon aus, dass sich das Wachstum zumindest beim Rohöl etwas verlangsamen dürfte.

RTR2FH74
Schätzung der weltweiten Ölnachfrage: Spätestens an der Tankstelle wird aus einer abstrakten Zahl eine spürbare Größe. (Foto: REUTERS)

Das Wachstum der weltweiten Öl-Nachfrage wird sich der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zufolge im kommenden Jahr wieder verlangsamen. Mit 88,16 Mio. Barrel pro Tag (bpd) werde die Nachfrage 2011 voraussichtlich höher liegen als im laufenden Jahr, teilte die IEA mit. Die Maßeinheit Barrel ist das Standardmaß im internationalen Rohölhandel und entspricht einem Volumen von 159 Litern. In diesem Jahr rechnen die IEA-Experten früheren Angaben zufolge mit einer Weltnachfrage von 86,94 Mio. bpd.

Angesichts der zögerlichen Erholung der US-Wirtschaft als größtem Öl-Verbraucher und neuer Konjunkturdaten aus Asien wurde die Schätzung für 2011 nun angepasst. Insgesamt geht man bei der IEA davon aus, dass sich das weitgehend kontinuierliche Nachfrageplus der vergangenen Jahr abschwächen werde.

Das Verlangen wächst langsamer

Die Wachstumsrate verringere sich, hieß es. Sie hänge von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Das Öl-Angebot werde zumindest bis zur Jahresmitte 2011 reichlich sein. Damit sinkt unter anderem auch die Wahrscheinlichkeit extremer Preisspitzen wie zum Beispiel im Sommer 2008.

Die IEA, die 28 Industriestaaten in Energiefragen berät, schraubte ihre bisherige Prognose für die Zuwächse in der Ölnachfrage für das kommende Jahr um 60.000 bpd auf 1,21 Mio. bpd herunter. Für 2010 erhöhte sie ihre Prognose um 260.000 bpd.

Für die wachsende Nachfrage in diesem Jahr sei vor allem das Wiederauffüllen der Heizölreserven verantwortlich, erklärten die Experten. Langfristig könne der Abbau von Heizöl-Zuschüssen in wichtigen Wachstumsmärkten in Asien und Nahost das Nachfragewachstum aber ausbremsen.

Quelle: mmo/rts