Freitag, 13. August 2010
Schwacher Mietmarkt: IVG hat zu rudern
Der Konjunkturaufschwung ist nach Einschätzung des Bürospezialisten IVG noch nicht auf dem Gewerbeimmobilienmarkt angekommen. Der Bonner Konzern müsse noch immer hartnäckig um Mieter werben, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfers. "Wir arbeiten wie andere Immobilienfirmen auch bei Teilen unserer Neuvermietung mit Anreizpaketen wie mietfreien Zeiten."
Dementsprechend traut sich die IVG weiter keine konkrete Prognose zu, obwohl die veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal überraschend stark waren. Unter dem Strich verdiente der Konzern 18 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von fast 55 Millionen angefallen war. Zum Halbjahr kam die IVG auf ein Konzernergebnis von 28,2 Millionen Euro.
Der gewerbliche Immobilienbereich reagiert - anders als der stabile deutsche Wohnungsmarkt - traditionell mit einiger Verzögerung auf die konjunkturelle Entwicklung. Die IVG äußerte sich nun aber deutlich pessimistischer als der Hamburger Konkurrent Alstria Office, der in dieser Woche von einem soliden Vermietungsgeschäft berichtete.
Dafür ist die IVG nach den Worten von Schäfers aber bei den Verkäufen auf Kurs. "Der Transaktionsmarkt zieht an, er ist momentan gerade für Spitzenobjekte in Top-Lagen empfänglich", sagte der Manager. Den Angebotsmangel könne der Konzern, der sich aktuell über den Verkauf von Immobilien aus der Entwicklungspipeline saniert, für sich nutzen. "Im Gesamtjahr dürften die Erlöse daraus bei etwa 550 Millionen Euro liegen, wahrscheinlich sogar höher."
wne/rts
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