Wirtschaft

Kampf gegen die Krise: IWF applaudiert Peking

Die chinesische Regierung bekämpft die Wirtschaftskrise mit einem massiven Konjunkturprogramm. Der Internationale Währungsfonds ist begeistert.

Investitionen in die Infrastruktur sind Teil des chinesischen Konjunkturprogramms.
Investitionen in die Infrastruktur sind Teil des chinesischen Konjunkturprogramms.(Foto: REUTERS)

Der Internationale Währungsfonds (IWF)  hat China gute Noten für seine Krisenbekämpfung gegeben und sieht das Land weiter als eine zentrale Wachstumslokomotive der Welt. "Der Aufschwung hat sich durchgesetzt und das Wachstum sollte in diesem Jahr wieder zweistellig ausfallen", heißt es im aktuellen Länderbericht.

In diesem Jahr erwarten die IWF-Experten in China ein Wachstum von 10,5 Prozent. 2009 hatte die Wirtschaft 9,1 Prozent zugelegt. Im nächsten Jahr werde der Zuwachs wohl auf 9,6 Prozent zurückfallen, hieß es. "Die politische Antwort der Regierung auf die globale Finanzkrise war vorausschauend, schnell und entschieden", urteilte der IWF. Die finanzpolitischen Impulse und die expansive Geldpolitik hätten dazu geführt, dass China den weltweiten Aufschwung anführte.

IWF sieht Risiken

Das größte Risiko für Chinas Wachstumsentwicklung ist dem IWF zufolge die Möglichkeit einer erneuten Abschwächung der Weltwirtschaft. Auch zunehmende Probleme aus Kreditvergaben, insbesondere auf der Ebene lokaler Verwaltungen, könnten einen Gefahrenpunkt für Chinas Wirtschaftsentwicklung bilden.  Zudem warnt der IWF vor Fehlern der Regierung in Hinblick auf teils massive Preissteigerungen am chinesischen Immobilienmarkt.

Die Gefahr einer Überhitzung der chinesischen Konjunktur mit massiver Inflation sieht der Fonds derzeit nicht, obwohl die Teuerung aktuell auf rund drei Prozent gestiegen sei. Die Verbraucherpreisentwicklung sollten schon zur Jahresmitte ihren Höhepunkt erreicht haben und in der zweiten Jahreshälfte 2010 wieder abflachen. Für eine gefährliche Blasenbildung auf dem chinesischen Immobilienmarkt auf breiter Ebene sieht der Fonds keine Anzeichen. Allerdings gäben die Preissteigerungen in diesem Bereich in einigen großen Städten Anlass zur Sorge.

Massives Konjunkturprogramm

"Chinas Aufschwung hat erhebliche positive Übersprungeffekte auf die Region und die Weltwirtschaft gehabt", lobte der Fonds. Zudem hielt der Fonds dem Land zugute, auch in einigen wichtigen Bereichen strukturelle Verbesserungen und damit eine bessere Ausbalancierung mehr zugunsten der Binnennachfrage eingeleitet zu haben. Die chinesische Krisenbekämpfung basierte danach auf einem umfangreichen konjunkturellen Anreizprogramm in Höhe von zwei bis drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, einer massiven  außerordentliche Kreditexpansion und der Orientierung der chinesischen Währung am US-Dollar, die inzwischen gelockert wurde. Mit dieser Politik sei es China gelungen, die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Land zu begrenzen.

Ungeachtet seines positiven Gesamturteils sieht der Fonds China aktuell vor wichtigen Herausforderungen. Das betreffe etwa den für 2011 gebotene schrittweisen Rückzug aus den expansiven staatlichen Ausgabenprogrammen und die weitere Reduzierung der geldpolitischen Stimuli. Hohe Aufmerksamkeit sei hinsichtlich der Kreditqualitäten geboten, gerade auf der Ebene der lokalen Verwaltungen bedürfe es mehr Transparenz im Finanzbereich. Die größere Flexibilität des Wechselkurses müsse genutzt werden, um eine reale Aufwertung der chinesischen Währung zuzulassen. China müsse einen Finanzbereich weiterentwickeln und mehr Kraft in die Stärkung der Binnenkräfte aufwenden. Im Bereiche der Sozial-, Renten-, Gesundheits- und Bildungspolitik gebe es viel zu tun.

Quelle: n-tv.de

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