Mittwoch, 27. Januar 2010
Blase in den Schwellenländern?: IWF warnt vor Problemen
Die Experten des IWF blicken mit Sorge auf das Wachstum der sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Die sogenannten aufstrebenden Schwellenländer ziehen immer mehr Kapital an - mit möglicherweise dramatischen Folgen.
Stellvertretend für die neuen Wirtschaftsmächte: Die Skyline von Singapur - der finanzstarke Stadtstaat in Südostasien.
(Foto: REUTERS)
Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einer Überhitzung der Märkte in den Schwellenländern. Der rasante Zufluss von Kapital gebe dort langsam Anlass zur Sorge, erklärte der IWF. Obwohl noch keine gefährliche Spekulationsblase in Sicht sei, sei der Druck in einigen Ländern doch beträchtlich gewachsen. Die Politik könne dabei nicht tatenlos zusehen.
"Wenn die Erholung an Fahrt gewinnt, könnte die durch den Zufluss erzeuge Liquidität eine übermäßige Kreditexpansion und eine unkontrollierbaren Anstieg der Vermögenspreise auslösen." Beim Platzen einer Blase könnte die Weltwirtschaft in eine neue Rezession stürzen.
Der Großteil des Wirtschaftswachstums weltweit konzentriert sich derzeit auf die Schwellenländer, weil die Industrieländer mit hoher Arbeitslosigkeit, ausufernden Staatsschulden und einem geschwächten Bankensystem zu kämpfen zu haben.
Vor allem Brasilien und China
Am Dienstag hatte auch EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny vor neuen Übertreibungen an den Finanzmärkten der Schwellenländer gewarnt. "Es gibt schon konkrete Gefahren von Blasenbildung in vielen Schwellenländern, vor allem verursacht durch den erheblichen Zustrom kurzfristigen Kapitals", sagte Österreichs Notenbankchef der "Financial Times Deutschland".
"Das ist zweifellos ein ernstzunehmendes Problem. Wir diskutieren darüber international sehr intensiv." Die Notenbanker nehmen demnach vor allem spekulative, kurzfristige Geldströme in Länder wie China und Brasilien ins Visier.
rts
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