Wirtschaft

Es geht immer noch voran: Ifo-Index überrascht positiv

Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands zieht wider Erwarten weiter an. Wie das Ifo-Institut mitteilt, steigt der Geschäftsklimaindex. Die Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate allerdings nicht mehr so gut ein wie im Mai.

Die weiteren Aussichten schätzen die Manager nicht mehr so gut ein.
Die weiteren Aussichten schätzen die Manager nicht mehr so gut ein.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Stimmung der deutschen Top-Manager hat sich im Juni überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklima-Index stieg auf 101,8 Punkte nach 101,5 Zählern im Mai, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu seiner Umfrage unter rund 7000 Firmen mitteilte. Analysten hingegen hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 101,2 Punkte gerechnet. "Die Konjunkturerholung setzt sich fort", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate allerdings nicht mehr so gut ein wie im Mai. Der Index für die Erwartungen sank auf 102,4 von 103,7 Punkten. Dagegen bewerteten die Betriebe ihre Geschäftslage erneut besser: Dieser Teilindex kletterte von 99,4 auf 101,1 Punkte.

"Die Unternehmen sind mit ihrer momentanen Geschäftssituation zufriedener", erklärte Sinn. "Die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzen sie jedoch den zweiten Monat in Folge etwas weniger optimistisch ein. Dennoch sind die Unternehmen weiterhin zuversichtlich."

Geschäftsklima im Detail

Im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima geringfügig weiter aufgehellt. Das Exportgeschäft werde nach Ansicht der Unternehmen nicht ganz so kräftig zunehmen wie bislang. Dennoch bewerteten sie ihre Perspektiven für das Auslandsgeschäft weiterhin als sehr gut. Die Beschäftigungsplanungen der Firmen deuteten darauf hin, dass sie ihre Mitarbeiterzahl nahezu unverändert halten wollen.

Die befragten Großhändler seien mit ihrer momentanen Geschäftssituation wieder zufriedener. Ihre Erwartungen an den Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten seien von verhaltenem Optimismus geprägt und zeigten sich im Vergleich zum Mai kaum verändert. Insgesamt habe sich das Geschäftsklima im Großhandel daher leicht verbessert.

Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima den Ifo-Angaben zufolge ebenfalls gestiegen. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre Geschäftssituation wieder günstiger. Zudem äußerten sie sich hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in der nahen Zukunft zuversichtlicher als im Mai.

Das Geschäftsklima im Einzelhandel habe sich im Gegensatz zu den anderen Wirtschaftsbereichen etwas eingetrübt, stellte das Ifo-Institut fest. Die Befragungsteilnehmer seien zwar mit ihrer augenblicklichen Geschäftslage weniger unzufrieden als im vergangenen Monat, die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr schätzten sie aber zurückhaltender ein.

Kein Angst vorm Sparpaket

Das milliardenschwere Sparpaket der Bundesregierung sehen die Ifo-Experten entspannt. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts wird es die robuste Konjunkturerholung in Deutschland nicht stoppen. Die Pläne seien wegen der hohen Verschuldung richtig und dienten einer nachhaltigeren Entwicklung, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. "Es ist auch nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt." Die Erholung sei weiter intakt, die Schuldenkrise vieler europäischer Staaten nicht das vorrangige Thema für die Firmen in Deutschland.

Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die meisten Experten sagen der Konjunktur für das laufende Jahr ein Anziehen von rund zwei Prozent voraus. Das stärkste Quartal dürfte das im Juni zu Ende gehende sein. Für die zweite Jahreshälfte rechnen viele Fachleute bereits damit, dass sich das Wachstum wieder etwas abschwächt.

Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen