Wirtschaft

Zähne zeigen gegen hohe Preise: Indien erhöht Zinsen

Indien versucht mit einer Zinserhöhung für Bankenanleihen, die anhaltende Teuerung bei Lebensmitteln zu bremsen. Es ist bereits die siebte Zinserhöhung seit März. Der Subkontinent kämpft wie alle neuen Wirtschaftsmächte Asiens gegen eine hohe Inflation.

Straßenstand in Kolkata (früher Kalkutta): Indien kämpft wie alle neuen Wirtschaftsmächte Asiens gegen die hohe Inflation.
Straßenstand in Kolkata (früher Kalkutta): Indien kämpft wie alle neuen Wirtschaftsmächte Asiens gegen die hohe Inflation.(Foto: REUTERS)

Im Kampf gegen steigende Lebensmittelpreise hat Indien die Zinsen erhöht. Damit müssen Banken, die sich bei der Zentralbank Geld leihen, künftig 6,5 Prozent bezahlen. Das sind 0,25 Prozentpunkte mehr als bislang. Die indische Zentralbank begründete ihren Schritt mit der gestiegenen Teuerung. Es bestehe die Gefahr, dass sich die höheren Preise für Lebensmittel in der allgemeinen Inflationsrate dauerhaft niederschlagen. Höhere Preise für Grundnahrungsmittel hatten in den vergangenen Monaten in Indien und auch zahlreichen anderen Ländern zu teils heftigen Protesten geführt.

Es war bereits die siebte Zinserhöhung seit März. Experten hatten angesichts der vergleichsweise hohen Teuerung mit einer deutlicheren Anhebung der Zinsen gerechnet. "Indien hat ein ernsthaftes Inflationsproblem, etwas, was auch von offizieller Seite jüngst hervorgehoben wurde", sagte Jonathan Cavenagh, Devisenstratege bei der Westpac Institutional Bank in Singapur.

Spekulanten befeuern Teuerung 

Die regierende Kongresspartei steht wegen der steigenden Preise für Lebensmittel und Benzin sowie ihrem Umgang mit diversen Korruptionsskandalen unter Druck. Die Lebensmittelpreise hatten sich Mitte Januar um mehr als 15 Prozent zum Vorjahr erhöht. Die in Indien viel beachteten Großhandelspreise lagen im Dezember gut acht Prozent über Vorjahresniveau. Ein indischer Regierungsberater, Abhijit Sen, sagte, die Lebensmittelpreise würden in den nächsten Monaten wieder sinken, aber nicht so schnell wie erwartet. Ein Zinsschritt werde sich auf die Inflation auswirken. Allerdings seien die Preise auch durch Spekulanten getrieben. "Ich denke, wir müssen dieses Problem angehen", betonte er.

Das Thema beschäftigt auch die Staat- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Frankreich hat zum Auftakt seiner G20-Präsidentschaft neue Regeln zur Eindämmung der stark schwankungsanfälligen Lebensmittelpreise angekündigt. Die UN-Ernährungsorganisation (FAO) warnte unterdessen vor einer neuen Lebensmittelkrise.

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Quelle: n-tv.de

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