Mittwoch, 18. November 2009
Aktionäre mischen sich ein: Infineon-Chef unter Druck
Mehrere Großaktionäre wollen einem Medienbericht zufolge den kriselnden Chiphersteller Infineon zu einem verschärften Sanierungskurs drängen.
Peter Bauer
Nach Angaben des "Manager Magazins" sind die Investoren der Auffassung, dass Konzernchef Peter Bauer die Restrukturierung aggressiver vorantreiben müsse.
Dem Magazin zufolge halten die Großaktionäre zusammen über ein Fünftel der Infineon-Anteile. Ihrer Ansicht nach habe Infineon rund 10.000 Beschäftigte zu viel an Bord. Zudem forderten sie eine Auslagerung der Fertigung von Chips an kostengünstigere Spezialisten. Als Konsequenz müssten Werke in Dresden und Regensburg geschlossen werden, hieß es in dem Bericht.
Die Großaktionäre wollten die geplante Berufung des früheren Siemens-Vorstandes Klaus Wucherer zum neuen Vorsitzenden des Infineon-Aufsichtsrats verhindern. Statt des technikgetriebenen Wucherer wünschten sich die Fonds einen finanzorientierten Chefkontrolleur, der Infineon-Chef Bauer Dampf mache, berichtete das Blatt.
Ein Infineon-Sprecher sagte zu dem Bericht: "Uns liegen keine Forderungen nach alternativen Kandidaten vor und auch keine Wünsche der Anteilseigner nach Werksschließungen oder einem radikalen Personalabbau."
Infineon legt am Donnerstag Zahlen zum vergangenen Geschäftsquartal vor. Nach Einschätzung von Analysten hat der Konzern trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs wieder einen geringen Gewinn erzielt.
wne/rts
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