Prognosen erneut angehobenInfineon hat Großes vor
Die Handychipsparte lässt Infineons Vorstand frohlocken: Die Geschäfte laufen so gut, dass bereits zum vierten Mal die Prognosen angepasst werden - nach oben. Ein nettes Abschiedsgeschenk des mittlerweile an Intel verkauften Bereichs.
Gute Geschäfte in der mittlerweile verkauften
Mobilfunksparte sorgen beim Halbleiterhersteller Infineon für unerwarteten
Schub. Im zu Ende gehenden vierten Geschäftsquartal würden Umsatz und Ergebnis
stärker als erwartet zulegen, kündigte der Konzern an. Für das Geschäftsjahr
2010 hob Infineon deshalb zum vierten Mal die Prognose an, wenn auch nur
leicht: Der Umsatz soll um etwa 50 Prozent steigen, die operative Marge bei 13
bis 14 Prozent liegen. Bislang war von einem Erlöszuwachs von knapp unter 50
Prozent und einer Rendite im niedrigen Zehn-Prozent-Bereich die Rede.
Von Juli bis Ende September soll der Umsatz um etwa 15
Prozent und damit stärker als erwartet gegenüber dem Vorquartal wachsen, teilte
Infineon weiter mit. Die operative Marge werde 18 bis 20 Prozent betragen.
Hauptgrund für die Anhebung ist laut Infineon die gute Entwicklung in der
Mobilfunkchipsparte, die von einem überraschend hohen Absatz von Smartphones
profitierte. Der Münchener Konzern hatte bereits angekündigt, dass das
Geschäftsfeld, das jahrelang Verluste geschrieben hatte und nach der Sanierung
unter die drei weltgrößten Anbieter aufgestiegen war, im laufenden
Schlussquartal zum größten Umsatzbringer des Konzerns aufsteigen und für ein
Drittel der Gesamteinnahmen sorgen werde. Weil sich Infineon aber auf das
einträglichere und renditestärkere Geschäft mit der Autobranche und der
Industrie konzentrieren will, wurde die Sparte Wireless Solutions (WLS) vor
kurzem für 1,1 Mrd. Euro an Intel verkauft.
Genaueres im November
Analysten hatten die Entscheidung gelobt. Im
Mobilfunkgeschäft werden die Produktzyklen immer kürzer, zudem sind die Kosten
für Forschung und Entwicklung hoch. Mit der Übernahme, die bis März 2011 über
die Bühne gehen soll, wollen die Amerikaner groß in den boomenden Markt für
Smartphones und Handys einsteigen. WLS beliefert unter anderem Nokia, Samsung
und Apple.
Ohne das Mobilfunkgeschäft soll der Umsatz in den ersten
drei Monaten des Geschäftsjahres 2011 mindestens so hoch ausfallen wie im
vierten Quartal, ebenfalls ohne WLS, wie Infineon ankündigte. Seine
Geschäftszahlen für 2010 will der Konzern am 16. November vorlegen.