Stabiler in schlechteren ZeitenInfineon wappnet sich

Infineon hat ein Rekordjahr hinter sich. 2012 sieht es für den Halbleiterhersteller aber nicht mehr so rosig aus. Vorstandschef Bauer baut schon einmal vor und bereitet die Aktionäre darauf vor. Er sieht Infineon aber auf einem festeren Fundament.
Der Halbleiterhersteller Infineon hat seine Aktionäre
auf rauere Zeiten eingestimmt, sieht sich aber für den erwarteten Umsatzrückgang
gut gerüstet. Nach dem mehrjährigen Konzernumbau sei Infineon "jetzt optimal
auf die Märkte Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit zugeschnitten", sagte
Vorstandschef Peter Bauer auf der Hauptversammlung in München.
"Wir sind stabiler, jedoch nicht immun gegen konjunkturelle
Schwankungen", so der Manager. Nach
dem Rekordjahr 2011 erwartet er im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang im mittleren
einstelligen Prozentbereich.
Der Konzern, der vor drei Jahren nach der Pleite der
Computerspeicher-Tochter Qimonda selbst ums Überleben kämpfte, hat im vergangenen
Geschäftsjahr den Umsatz um 21 Prozent auf 4 Milliarden Euro und den Gewinn auf
1,1 Milliarden Euro gesteigert. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 sank
der Umsatz zwar um 10 Prozent, zeigte sich damit aber stabiler als die Konkurrenten.
Asien, wo Infineon bereits mehr als 40 Prozent seines
Umsatzes erwirtschaftet, eröffne dem Unternehmen "ein enormes Marktpotenzial",
sagte Bauer: "Die mittelfristige Aussichten für den chinesischen Halbleitermarkt
sind hervorragend."
Auch die Energiewende biete
enorme Marktchancen, "besonders für Infineon", sagte Bauer. So brauche
ein konventionelles Kraftwerk Chips für 250.000 Euro, ein Windpark im Meer aber
für 11 Millionen Euro. Der Politik warf Bauer eine zu schleppende Umsetzung vor:
Sie habe "Gesetze und Verordnungen formuliert - getan wurde bisher aber zu
wenig".