Wirtschaft
Energie erneut als Preistreiber: Teuerung bleibt hoch in Deutschland.
Energie erneut als Preistreiber: Teuerung bleibt hoch in Deutschland.(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Entspannung in Sicht: Inflation über kritischer Marke

Deutschland bekommt ein Problem mit der Teuerung: Die Verbraucherpreise liegen bereits seit fünf Monaten über der als kritisch angesehenen Marke von zwei Prozent. Experten erwarten zudem noch eine Verschärfung der bereits angespannten Lage.

Entspannung? Fehlanzeige: Teure Energie hält die Inflation in Deutschland im fünften Monat in Folge über der kritischen Zwei-Prozent-Marke. Volkswirte rechnen damit, dass sich die Lage in den nächsten Monaten noch verschärfen wird.

Im Juni lag die jährliche Teuerungsrate wie im Mai bei 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Mai auf Juni dieses Jahres zogen die Verbraucherpreise leicht um 0,1 Prozent an. Die Behörde bestätigte damit ihre vorläufige Schätzung von vor zwei Wochen.

EZB alarmiert

Damit überschreitet Deutschland erneut die Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Währungshüter sehen stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Die EZB selbst erwartet nach ihren jüngsten Prognosen für den Euro-Raum, dass die Preise in diesem Jahr deutlich stärker anziehen werden als bislang angenommen: Getrieben von einem Schub bei den Energie- und Rohstoffpreisen werde die Inflation im laufenden Jahr auf 2,6 Prozent (Spanne: 2,5 bis 2,7) zulegen. Im Kampf gegen die Inflation hatte die Notenbank in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben.

Energie als Preistreiber

In Deutschland heizten im Juni wie in den Vormonaten vor allem Preisanstiege bei Energie die Teuerung an. Energie war um 9,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Für Kraftstoffe mussten Verbraucher 9,9 Prozent mehr zahlen als vor Jahresfrist, obwohl die Kraftstoffpreise den zweiten Monat in Folge rückläufig waren.

Teurer wurden auch Heizöl (plus 19,0 Prozent) und Strom (plus 7,6 Prozent). Würde die Energie aus der Inflationsrate herausgerechnet, hätte der Juni-Wert nach Angaben der Statistiker nur bei 1,5 Prozent gelegen.

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Quelle: n-tv.de

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