Samstag, 24. Oktober 2009
Hoffnung für Karstadt-Warenhäuser: Insolvenzverwalter zuversichtlich
Arcandor war im Sommer in die Insolvenz geschlittert - und mit dem Mutterkonzern die Karstadt-Warenhäuser und die Versandhaustochter Quelle.
(Foto: AP)
Die Insolvenzverwalter der Arcandor-Tochter Karstadt sehen eine gute Chance, einen Investor für die Warenhäuser zu finden. "Wir arbeiten ohne Verlust", sagte der Karstadt-Beauftragte von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, Rolf Weidmann, dem "Focus". Es sei möglich, einen neuen Gesellschafter zu finden. Schon vorab hätten sich mehrere Interessenten gemeldet. Weidmann zeigte sich optimistisch, dass es für die Waren- und Sporthäuser als Ganzes einen Käufer geben wird. Die Verträge mit den neuen Investoren könnten im zweiten Quartal 2010 unterschrieben werden.
Der Handelsriese Metro, der Kaufhof betreibt, hatte bereits Interesse an Filialen von Karstadt bekundet - er will den Warenhauskonzern aber nicht als Ganzes übernehmen.
Warten auf das Weihnachtsgeschäft
Arcandor war im Sommer in die Insolvenz geschlittert - und mit dem Mutterkonzern die Karstadt-Warenhäuser und die Versandhaustochter Quelle, deren Schließung vor wenigen Tagen beschlossen wurde. Weidmann wies darauf hin, dass Karstadt im Gegensatz zu Quelle kein Geld verbrennt. "Wir arbeiten ohne Verlust", sagte er. Einzelbereiche des Konzerns würden sogar expandieren. So eröffne die Restaurant-Kette "Le Buffet" demnächst die erste Filiale außerhalb eines Karstadt-Hauses.
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, hatte am Freitag betont, die Geschäfte in den Karstadt-Warenhäusern liefen im Oktober besser als erwartet. Nun lägen wie immer die Hoffnungen auf dem Weihnachtsgeschäft. Entscheidend werde aber der Verlauf des ersten Halbjahres 2010 sein.
Unterdessen hatten sich die Karstadt-Beschäftigten am Freitag zu einem neuen Sanierungsbeitrag bereiterklärt. Die Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag sollten am Dienstag beginnen und zügig geführt werden. Ob es allerdings bis zur ersten Gläubigerversammlung am 10. November eine Einigung geben werde, hatte Mönig-Raane offengelassen. Ihren Worten zufolge will Arcandor-Insolvenzverwalter Görg durch Einschnitte beim Personal in den kommenden drei Jahren je 50 Mio. Euro einsparen.
rts/dpa
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