Wirtschaft

Millionenzahlung oder StrafverfolgungJP Morgan kauft sich frei

08.07.2011, 10:27 Uhr
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Nicht die erste Strafe für JP Morgan, aber auch diese soll sich der Bank zufolge nicht auf das Ergebnis auswirken. (Foto: picture-alliance/ dpa)

JP Morgan zahlt erneut eine Millionensumme, um sich eine Strafverfolgung zu ersparen. Das US-Finanzinstitut soll den Bieterprozess für Kommunalanleihen über mehrere Jahre hinweg zu seinen Gunsten manipuliert haben, lautet der Vorwurf von Fed, SEC, Steuerbehörde und diversen Generalstaatsanwälten. Für eine dreistellige Millionensumme verschindet die Anklage nun.

Nach Bank of America und UBS wird nun auch JP Morgan Chase wegen zwielichtiger Geschäfte mit Kommunalanleihen zur Kasse gebeten. Die US-Bank zahle zur Beilegung des Verfahrens insgesamt 228 Mio. Dollar, teilten die involvierten Behörden mit. Sie entgehe damit auch der strafrechtlichen Verfolgung.

JP Morgan kommt das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter teurer zu stehen als die Wettbewerber. Die Bank of America zahlte zur Beilegung einer entsprechenden Untersuchung 137 Mio. Dollar, die UBS 160,2 Mio. Dollar.

"Strafe" nicht ergebnisrelevant

JP Morgan toleriere keine Wettbewerbsverstöße oder Verletzungen von Gesetzen, hieß es von der New Yorker Bank. Sie verwies zudem darauf, dass sich die Untersuchungen auf einen kleinen Handelsbereich bezogen hätten, der inzwischen aufgegeben worden sei.

Die Beschäftigten hätten ihre Taten vor dem Management verheimlicht, sie seien nicht mehr im Unternehmen. Die Strafzahlungen, die unter anderem an die US-Börsenaufsicht SEC geleistet werden, hätten keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Ergebnis, hieß es von der Bank weiter.

Nicht das erste "Freikaufen"

Die Gesellschaft hat damit binnen weniger Wochen bereits den zweiten Vergleich mit der SEC geschlossen. Ende Juni hatte sie sich für 153,6 Mio. Dollat vom Vorwurf freigekauft, dass ihre Mitarbeiter ein komplexes Wertpapierkonstrukt aggressiv feilgeboten, die Investoren dabei aber über bestimmte wichtige Aspekte nicht ausreichend informiert hätten. Im nun beigelegten Verfahren, in das sich neben der SEC auch die US-Steuerbehörde, die US-Notenbank sowie die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten eingeschaltet hatten, ging es um verbotene Absprachen seitens der Banken zum Nachteil der Kommunen. Betroffen waren mindestens 93 Transaktionen in 31 Bundesstaaten, wie die SEC mitteilte.

JP Morgan habe den Bieterprozess für Kommunalanleihen von 1997 bis 2005 zu ihren Gunsten manipuliert, lautete der Vorwurf. Die Auktionsteilnehmer hätten sich abgesprochen, wer die Auktionen von Kommunalanleihen gewinnt und damit die Kommunen betrogen.

Quelle: DJ