Die Kasse klingelt kräftigJP Morgan überrascht positiv
Die Börsenwelt hat die Zahlen von JP Morgan mit Spannung erwartet und kann sich freuen. Die zweitgrößte US-Bank macht im zweiten Quartal mehr Gewinn als erwartet. Allerdings ist darin ein Sondererlös aus der Auflösung von Rückstellungen für faule Kredite enthalten.
Ein Rückgang des Volumens der faulen Kredite hat den Gewinn der US-Großbank JP Morgan Chase überraschend deutlich nach oben getrieben. Unter dem Strich stehe ein Plus von rund 77 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, teilte die zweitgrößte amerikanische Bank mit. Allerdings sei der Gewinn durch einen Sondererlös von 1,5 Milliarden Dollar aus der Auflösung von Rückstellungen für faule Kredite aufgebläht.
Unter Herausrechnung der Summe verdiente JP Morgan mit 73 Cent je Aktie aber immer noch sechs Cent mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die Zahlen wurden mit Spannung erwartet, weil JPMorgan die erste US-Großbank ist, die ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt hat.
Die Rückstellungen für Verluste bei Verbraucherkrediten, Kreditkarten-Geschäften und anderen Darlehen hätten sich sowohl im Vergleich zum ersten Quartal als auch zum zweiten Quartal 2009 verringert, erklärte der Konzern. Der Verlauf für die kommende Zeit sei aber noch unklar, teilte Firmenchef Jamie Dimon mit. "Es ist zu früh, zu sagen, wie starke Verbesserungen wir sehen werden."
Analysten freuen sich
JP Morgan wies zudem einen Posten von 550 Millionen Dollar für Steuern auf Bonus-Zahlungen an seine Banker in Großbritannien aus. Das Institut hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Summe "signifikant" sein werde.
Analysten nahmen die Zahlen erfreut zur Kenntnis. "Die Qualität der Kredite hat sich weiter verbessert", sagte Richard Staite von Atlantic Equities in London. Dies werde auch bei anderen Geldhäusern so sein. "JP Morgan sollte Investoren heute ein wenig Grund für ein Lächeln geben", sagte auch Kim Caughey von Fort Pitt Capital Group. "Zwar ist jede Bank anders, aber das legt die Latte hoch und gibt Anlegern, die in den Sektor investieren, einen Grund optimistisch zu sein."
Geoff Wilkinson von Mint Securities in London erwartet von den Zahlen zudem eine Stützung europäischer Bank-Aktien. Und das könnten die hiesigen Institute angesichts der Unsicherheit über die Stress-Tests derzeit auch gut gebrauchen.