Montag, 17. August 2009
Endlich wieder ein BIP-Plus: Japan berappelt sich
Nach Deutschland und Frankreich hat auch die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal wieder ein leichtes Wachstum gezeigt. Die Exporte und vor allem staatliche Stimulierungsprogramme haben in den Monaten April bis Juni das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum ersten Quartal um 0,9 Prozent steigen lassen. Es ist das erste Wachstum in fünf Quartalen.
Durchschnaufen im Land der aufgehenden Sonne.
(Foto: AP)
Damit lag die japanische Wirtschaft allerdings noch knapp unter den Erwartungen der Volkswirte, die ein Wachstum von 1,0 Prozent prognostiziert hatten. Aufs Jahr hochgerechnet bedeutet das Quartalsplus ein Wachstum von 3,7 Prozent. Hier hatten Analysten im Mittel mit einem Anstieg von 3,9 Prozent gerechnet.
Trotz dieses Lichtblicks gehen Experten davon aus, dass der Weg zu einem nachhaltigen und selbsttragenden Wachstum noch langwierig sein wird. Das dürfte in der Exportnation Japan vor allem davon abhängen, ob die weltweite Nachfrage wieder in Gang kommt.
Kein selbsttragendes Wachstum
"Die heutigen Daten beruhen auf den Stimuli in Japan und im Ausland", sagte Kyohei Morita, Chefvolkswirt für Japan bei Barclays Capital. "Japans Wirtschaft ist daher von einem selbsttragenden Wachstum noch weit entfernt." Er rechnet im laufenden Vierteljahr mit einer etwa gleichbleibenden Wachstumsrate. Danach könnte sich die Konjunktur wieder etwas abschwächen, weil die staatlichen Konjunkturprogramme auslaufen. Im Schnitt gehen Volkswirte von einem 0,4-prozentigen Wachstum im laufenden Quartal und von plus 0,5 Prozent im letzten Vierteljahr 2009 aus.
Die Konjunkturprogramme der japanischen Regierung zur Förderung des privaten Konsums, der 60 Prozent der Wirtschaft ausmacht, haben ihn um 0,8 Prozent gesteigert. Öffentliche Investitionen stiegen um 8,1 Prozent.
wne/rts
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