Wirtschaft

Rüffel von IWF und Moody's: Japan muss sparen

Japan muss schnellstens auf die Schuldenbremse treten. Ansonsten wird die desolate Haushaltslage Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit des Landes haben, warnt die Ratingagentur Moody's. Der IWF warnt gar, dass es für Japans Konjunktur sogar noch härter kommen könnte.

Japan darf sich mal ganz warm anziehen.
Japan darf sich mal ganz warm anziehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Japan bekommt wegen der hohen Staatsschulden zunehmend Druck von außen. Sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF) als auch die Ratingagentur Moody's mahnen dringend zu einem harten Sparkurs. Der IWF warnte zudem vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf das asiatische Land.

Moody's-Experte Tom Byrne sagte, sollte es nicht gelingen, eine Haushaltsreform erfolgreich auf den Weg zu bringen, habe das negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit Japans. Die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft könne ihr Haushaltsdefizit nicht alleine durch Wirtschaftswachstum ausgleichen. "Es wird noch lange dauern, bis die japanischen Haushaltsprobleme sich zur Krise entwickeln, aber die Regierung wird irgendwann aktiv werden müssen, um den Fehlbetrag in den Griff zu bekommen", sagte Byrne. Moody's hält derzeit noch an seinem Rating von "AA2" fest, mit einem stabilen Ausblick. Erst vergangenen Monat hatte die Agentur Standard & Poor's ihr Rating für Japan um einen Punkt gesenkt und das mit dem Fehlen eines glaubhaften Sparplans begründet.

Flächenbrand von Europa nach Asien

IWF-Vize-Chef Naoyuki Shinohara sagte, sollte die Weltwirtschaft wegen der Probleme in Europa an Schwung verlieren, werde das Japan hart treffen. Die hohe Schuldenlast des Staates sei langfristig nicht durchzuhalten, wenngleich Japan wegen der hohen Ersparnisse der heimischen Bevölkerung kaum für spekulative Angriffe auf den Anleihemärkten anfällig sei.

Die japanische Staatsverschuldung liegt bei ungefähr dem Doppelten der Wirtschaftsleistung - in keinem anderen Industriestaat ist der Schuldenberg höher. Die Verschuldung ist damit weitaus größer als etwa die Griechenlands, das von der EU und dem IWF vor dem Staatsbankrott gerettet werden musste. Allerdings liegen die mit großem Abstand meisten japanischen Staatsanleihen in den Depots heimischer Banken oder Pensionskassen. Ausländische Investoren können damit kaum Druck auf die Regierung in Tokio ausüben, anders als in Griechenland. Gefährlich wird die Lage erst in einigen Jahren, wenn immer mehr Japaner in Rente gehen und dazu ihre Ersparnisse auflösen.

Warten auf Tokios Sparpläne  

Die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan hat daher einen Umbau des Sozialsystems und eine höhere Mehrwertsteuer angekündigt, um den Staatshaushalt für die Alterung der Bevölkerung zu rüsten. Bis Ende April sollen Vorschläge zu einer Rentenreform auf dem Tisch liegen, bis Juni soll ein Sparplan stehen. Die Opposition im Parlament blockiert jedoch die Sparbemühungen und setzt auf Neuwahlen. 

Quelle: n-tv.de

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