Weltgrößte Bank - und die PostJapan plant Rekord-IPO

Die Tsunami-Katastrophe kommt Japan teuer zu stehen. Fast 160 Mrd. Dollar veranschlagt die Regierung in den kommenden fünf Jahren für den Wiederaufbau der zerstörten Landesteile. Da käme die Privatisierung der staatlichen Post mitsamt der Postbank gerade recht, vor allem weil die Postbank das größte Finanzinstitut der Welt ist.
Japan startet einen neuen Anlauf zur Privatisierung der Post und der dazugehörigen Postbank, der größten Bank der Welt. Vertreter der beiden großen Parteien haben sich getroffen, um den eigentlich schon 2005 beschlossenen Rückzug des Staates wieder auf die politische Agenda zu setzen. Damals hatte der als Reformer angetretene Ministerpräsident Junichiro Koizumi von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) den grundsätzlichen Beschluss, die Post zu privatsieren, durchgeboxt. Nach der Wahl 2009 legte die siegreiche Demokratische Partei (DPJ) das Projekt zunächst auf Eis.
Der jetzige Vorstoß kommt nicht überraschend, weil Japan für den Wiederaufbau großer Teile des Landes nach der Tsunami-Katastrophe viel Geld benötigt. Der Verkauf der Anteile könnte einen dicken Batzen zu den für die nächsten fünf Jahre veranschlagten 13 Billionen Yen (rund 158 Mrd. Dollar) beitragen. Sowohl die LDP als auch die DPJ haben angekündigt, mit Gesetzentwürfen in die Offensive gehen zu wollen.
Schiere Größe
Der Wert der japanischen Post inklusive der Postbank wird auf etwa 10 Billionen Yen geschätzt. Regierungschef Yoshihiko Noda aus den Reihen der DPJ hat bereits deutlich gemacht, die Einnahmen aus der Privatisierung für den Wiederaufbau einsetzen zu wollen.
Der 2005 auf den Weg gebrachte Plan sah vor, dass sich der Staat bis 2017 vollständig von seinen Anteilen trennt. Ein aktueller Entwurf der DPJ nennt kein konkretes Enddatum mehr. Außerdem soll ein Drittel der Anteile beim Staat verbleiben. Durch die Privatisierung soll auch die Effizienz der Post und ihrer Logistik gesteigert werden.
Die japanischen Banken sind allerdings besorgt, dass eine in die Freiheit entlassene Postbank den Wettbewerb ersticken würde. Das Institut verwaltet Einlagen von zusammen 176 Billionen Yen und liegt damit weltweit an der Spitze. Sie steht damit für über zwanzig Prozent der Rücklagen der Japaner. Der Staatskonzern ist außerdem als großer Spieler auf dem Versicherungsmarkt aktiv.