Wirtschaft

Tankan-Bericht hebt die Stimmung: Japans Wirtschaft lacht

Das Vertrauen in die zweitgrößte Volkswirtschaft kehrt zurück: Die Stimmung in Japans Großunternehmen bessert sich weiter und erreicht Werte, die zuletzt im September 2008 gemessen wurden. Aber es gibt auch ein Manko.

Japan lacht wieder: Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich gebessert.
Japan lacht wieder: Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich gebessert.(Foto: REUTERS)

Auf dem Weg aus der Krise macht Japans Wirtschaft zunehmend Boden gut. Dennoch dürfte die Regierung die Notenbank des Landes weiter dazu drängen, im Kampf gegen die Deflation die Geldpolitik zu lockern. Die Stimmung der Firmen verbesserte sich im ersten Quartal 2010 erneut, wie aus dem Konjunkturbericht (Tankan) der japanischen Notenbank (BOJ) hervorging. Das Geschäftsklima von großen Industrieunternehmen kletterte auf minus 14 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit September 2008, als die Pleite der US-Bank Lehman Brothers die weltweite Finanzkrise auslöste.

Unter dem Druck der Regierung pumpt die Notenbank im Kampf gegen die Deflation - einem Preisverfall auf breiter Front - Milliarden in den Finanzkreislauf. Denn wegen der hohen Verschuldung hat der Staat kaum noch Spielraum für eigene Konjunkturprogramme, um der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt in der Krise den Rücken zu stärken. Die Regierung werde ihren Blick vor allem richten auf steigende Kosten und fallende Produktpreise, die die Gewinnmargen der Unternehmen schmälert, sagte Takahide Kiuchi, Chefvolkswirt von Nomura Securities. "Sie wird weiter Druck auf die Bank of Japan ausüben, mehr im Kampf gegen die Deflation zu tun."

Für die nächsten drei Monate erwarten die Firmen eine weitere Erholung, der Index dürfte im Juni dann bei minus acht Punkten liegen. Der sogenannte Diffusionsindex bildet den Saldo von Einschätzungen eines günstigen und eines ungünstigen Geschäftsumfeldes ab. Bei Werten unter null hat sich die Mehrzahl der befragten Firmen pessimistisch gezeigt.

Aktienmarkt profitiert

In Tokio schwang sich der Nikkei den dritten Tag in Folge auf ein neues 18-Monats-Hoch. Angeschoben wurde der Index vor allem von Export- und Rohstofftiteln, die vom schwächeren Yen und steigenden Preisen profitierten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann 1,4 Prozent und notierte bei 11.244 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 0,7 Prozent zu auf 985 Zähler.

Nach der guten Entwicklung des Nikkei in den ersten drei Monaten gehen Händler im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft davon aus, dass Potenzial für eine weitere Steigerung bis Mitte des Jahres vorhanden ist. Kurzfristig dürfte das Ziel bei 11.500 Punkten liegen, sagte Yutaka Miura, Analyst bei Mizuho Securities. Einige Kollegen von ihm rechnen gar mit einem Anstieg auf bis zu 12.000 Stellen.

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Quelle: n-tv.de

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