Dienstag, 07. September 2010
Trotz Dementi mit Verlusten: K+S-Gerüchteküche brodelt
In jedem Gerücht seckt ein Fünkchen Wahrheit, sagt der Volksmund. Und was Spekulationen anrichten können, bekommt derzeit K+S zu spüren. Offenbar denkt der Düngemittelkonzern über eine Prognosensenkung nach. K+S will davon offiziell zwar nichts wissen. Der Kurs purzelt trotzdem.Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat eine am Markt kolportierte Prognosesenkung ins Reich der Fabel verwiesen. "Wir haben unseren Ausblick am 12. August veröffentlicht und seitdem gibt es dazu keine Veränderungen", sagte der Leiter Investor Relations bei K+S, Christian Herrmann. Am Finanzmarkt hatten Anleger zuvor darauf spekuliert, das Unternehmen werde seine Jahresziele senken. Die im Dax gelistete K+S-Aktie fiel zeitweise mehr als drei Prozent und war damit größter Verlierer in dem Index. Nach der Erklärung des Unternehmens grenzten K+S-Papiere ihre Verluste ein, hielten sich dennoch weiter deutlich im Minus bei rund 2,5 Prozent. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 2,4 Prozent.
K+S hat für den Gesamtkonzern im August dank guter Geschäfte seine Absatzprognose für sein wichtigstes Produkt, den Düngemittelbestandteil Kali, leicht auf 6,5 bis 7 Mio. Tonnen angehoben. Zudem hatte der Konzern erstmals seine Ergebnisziele für 2010 genannt: Der Umsatz soll auf 4,6 Mrd. bis 5,0 Mrd. nach 3,6 Mrd. Euro 2009 zulegen, der Betriebsgewinn (Ebit) auf 550 Mio. bis 600 Mio. Euro nach 238 Mio, Euro steigen.
Das Geschäft von K+S hängt an den Agrar- und Düngemittelmärkten, die zuletzt eine Berg- und Talfahrt hingelegt haben. In der Wirtschaftskrise waren die Geschäfte 2009 so stark eingebrochen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Seit einem halben Jahr geht es wieder bergauf. Da Bauern angesichts höherer Getreidepreise wieder verstärkt Dünger ordern, hatte K+S seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal mehr als verachtfacht.
bad/rts
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