Wirtschaft
Deutschlands Industrie im Rohstoffhunger, auch Seltene Erden sind gefragt.
Deutschlands Industrie im Rohstoffhunger, auch Seltene Erden sind gefragt.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland plant Rohstoffpakt: Kampf um Seltene Erden

Kokskohle, Wolfram, Seltene Erden: Deutschlands Industrie braucht jede Menge Rohstoffe und übt deshalb den Schulterschluss. Ein gemeinsames Engagement soll laut BDI die Kräfte im immer härter werdenden Kampf um die Ressourcen bündeln. Mehrere Dax-Konzerne mischen mit.

Angesichts des weltweit zunehmenden Konkurrenzkampfs um Rohstoffe plant die deutsche Industrie den Schulterschluss. Der Branchenverband BDI erklärte er verfolge "ein Projekt zu Beteiligungsmöglichkeiten bei Rohstoffprojekten im Ausland". Es werde ausgelotet, ob es ein gemeinsames Engagement der Industrie bei der Beschaffung von Ausgangsstoffen geben könne.

Im Ringen um knappe Ressourcen springen immer mehr Staaten den heimischen Unternehmen bei und booten damit deren ausländische Konkurrenten aus. "Mehr und mehr Staaten betreiben gezielte Rohstoffsicherungspolitik: Handels- und Wettbewerbsverzerrungen werden eingesetzt, um die Rohstoffversorgung der eigenen Wirtschaft zu sichern", klagt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Auch im Ausland kauften die Akteure Ressourcen exklusiv für die heimischen Unternehmen auf.

Deutsche Rohstoffallianz

Der Verband will im Interesse seiner Mitglieder zurückschlagen: "Klar ist: Wir können uns nicht mehr allein auf die Märkte verlassen." Direkte Beteiligung deutscher Unternehmen an Rohstoffprojekten könnte die Versorgungssicherheit erhöhen. Auf Vorschlag der Bundesregierung lote der Verband aus, welche Chancen es für entsprechende Kooperationen mit Kasachstan und der Mongolei bestünden.

Einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge soll die Rohstoffallianz ab dem kommenden Jahr zunächst vier Rohstoffvorkommen erschließen. Zudem sei die Förderung, die Verarbeitung der Verkauf der Rohstoffe angedacht. Die beteiligten Unternehmen erhielten Vorkaufsrechte. Der Investitionsbedarf für die nächsten fünf bis zehn Jahre belaufe sich auf etwa 1 Mrd. Euro.

Von Kokskohle bis Seltene Erden

Im Zentrum der Initiative stünden Kokskohle für die Metallindustrie, Wolfram sowie die sogenannten Seltenen Erden, die vor allem in der Elektronik gebraucht werden, heißt es. Daimler und Evonik wollen dem Bericht zufolge mitmachen und hätten schon Anteile gezeichnet. Siemens habe indes kein Interesse. Von den Unternehmen waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Der Initiative gingen bereits Vorstöße aus Politik und einzelnen Branchen voraus. So basteln Daimler zufolge die Autobauer an einem Rohstoffpakt. Die Europäische Union reagierte mit dem Aufbau eines eigenen Lagers für Seltene Erden auf Exportbeschränkungen aus China, wo die meisten der Stoffe abgebaut werden. Wirtschaftsminister Philip Rösler hatte Ende August vor einer Rohstoffknappheit gewarnt und die Schaffung eines Frühwarnsystems in Aussicht gestellt.

Der ehemalige ThyssenKrupp -Chef Ekkehard Schulz hatte die Idee einer Rohstoff AG unter Beteiligung des Bundes bereits im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht. Er sehe Möglichkeiten, die Rohstoffbeschaffung der Konzerne zu bündeln, hatte er damals gesagt.

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Quelle: n-tv.de

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