Wirtschaft

Insolvenzgericht spielt mitKarstadt bekommt Aufschub

16.07.2010, 15:09 Uhr

Der Karstadt-Mietpoker erzwingt hinsichtlich der Annahme des Insolvenzplans eine Verschiebung. Das zuständige Gericht will nun am 10. August darüber befinden. Am 28. Juli will Highstreet über die Mietkonditionen entscheiden.

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Es muss noch einige Tage gezittert werden. (Foto: REUTERS)

Der Karstadt-Warenhauskonzern hat eine neue Überlebensfrist erhalten. Das Essener Insolvenzgericht vertagte die Entscheidung über die Annahme des Insolvenzplans auf den 10. August. Es seien noch nicht alle Bedingungen erfüllt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts. Wesentliche Bedingung sei die Wirksamkeit des Kaufvertrages.

Hintergrund ist das Ringen von Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen um Mietminderungen beim Vermieter Highstreet. Ohne Einigung ist der Kaufvertrag unwirksam und das Insolvenzgericht kann den Plan nicht annehmen. Dann droht die Zerschlagung.

Innerhalb des Immobilienfonds Highstreet gibt es Probleme, die Berggruen-Forderungen durchzusetzen. Vor allem die frühere KarstadtQuelle-Bank Valovis, die dem Fonds ein 850 Millionen-Darlehn für den Immobilienkauf gewährt hatte, wehrt sich gegen eine Festschreibung niedrigerer Mieten. Sie müsste dann eine Wertberichtigung in ihrer Bilanz vornehmen. Am 28. Juli will Highstreet nun über die Mietkonditionen entscheiden.

Unterdessen appellierte Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg an die Vermieter und Berggruen, sich zu einigen. Das Geschäft von Karstadt sei auch im Juni besser als erwartet gelaufen, erklärte er. Dies müsse "allen Beteiligten in diesem komplexen Verfahren Ansporn sein, sich im Interesse der Beschäftigten, der Gläubiger und im eigenen Interesse auf eine nachhaltige Lösung zu verständigen", sagte Görg.

Quelle: wne/dpa/rts