Wirtschaft

Opel-Chef bleibt pessimistisch"Keine Gewinne 2010"

03.05.2010, 07:57 Uhr

Opel kommt nur langsam wieder auf die Beine. Der Autobauer will in diesem Jahr rund eine Million Neuwagen verkaufen. Das wären 17 Prozent weniger als 2009 und ein stärkerer Einbruch als zunächst angenommen.

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Opel-Chef Reilly schließt eine Rückkehr in die Gewinnzone in diesem Jahr aus: "Das wäre unrealistisch. Wir können das frühestens 2011 schaffen." (Foto: picture alliance / dpa)

Der Autobauer Opel sieht 2010 offenbar einen stärkeren Absatzrückgang als bislang angenommen. Dem "Tagesspiegel" sagte Opel-Chef Nick Reilly auf die Frage, wie sich der Opel-Absatz entwickelt: "In Westeuropa werden wir frühestens in 5 Jahren wieder das Niveau von 2007 erreichen - wenn überhaupt. Die Lage bessert sich zwar, aber nur langsam. In Osteuropa und Russland erwarten wir Wachstum, und den Export wollen wir ebenfalls moderat steigern."

Eine Rückkehr in die Gewinnzone 2010 schließt er aus. "Das wäre unrealistisch. Wir können das frühestens 2011 schaffen. Wir rechnen damit, in diesem Jahr rund eine Million Opel und Vauxhall zu verkaufen". Dies wäre dann ein Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Absatzeinbruch 2010

Auf der Automesse in Detroit hatte der Manager im Januar noch gesagt, 2010 sei es schon als Erfolg zu werten, wenn die Marke Opel und die britische Schwester Vauxhall genauso viele Neuwagen verkaufen würden wie im vergangenen Jahr, ein Einbruch um bis zu 5 Prozent sei aber nicht auszuschließen. Die General-Motors-Töchter verkauften im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Neuwagen. 2008 waren es noch 1,4 Millionen Wagen gewesen.

Warten auf Berlin

Opel erwartet die Entscheidung der Bundesregierung über staatliche Bürgschaften noch vor Monatsende. "Ich hoffe, dass wir in der zweiten Maihälfte eine Antwort aus Berlin bekommen. In Spanien und Großbritannien haben wir schon positive Signale", sagte Reilly weiter und fügte hinzu: "Komme es zu einer abschlägigen Antwort aus Berlin, werden wir unsere Finanzierung und unsere Planungen überdenken müssen."

Das Verfahren in Deutschland gestalte sich langwieriger als in anderen Ländern. Dabei habe nahezu jedes Unternehmen der Branche in der Krise massive staatliche Unterstützung erhalten, zum Beispiel über die Europäische Investitionsbank, sagte Reilly. Auch treffe die Kritik nicht zu, dass Opel mit den Bürgschaften die Restrukturierung bezahlen wolle. Mit den zusätzlichen Geldern von GM ist jetzt klar, dass jeder Cent der Kredite, für die wir Regierungsbürgschaften brauchen, in Investitionen fließen soll."

Keine Mitarbeiteraktien

Die Gespräche mit der IG Metall über den Beitrag der Arbeitnehmer seien "sehr weit" fortgeschritten, so Reilly. Er halte es für sinnvoll, die Belegschaft in besseren Zeiten an den Gewinnen zu beteiligen. Mitarbeiteraktien werde Opel aber nicht ausgeben. "GM hat sich gerade entschieden, Opel komplett zu behalten, und da will man das Unternehmen nicht auf diesem Weg verkaufen."

Quelle: DJ