Samstag, 12. Dezember 2009
Millionen-Überweisung nach Pleite: KfW rechnet mit Lehman ab
Die staatliche Förderbank KfW bleibt nach einer Aufsehen erregenden Überweisung an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers Finanzkreisen zufolge nur auf einem Schaden von gut 100 Millionen Euro sitzen.
Ein zweiter Blick in die Bücher lässt den Schaden für die KfW schon geringer aussehen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Etwa zwei Drittel der in der Insolvenzmasse untergegangenen 320 Millionen Euro seien durch die Verrechnung mit Forderungen von Lehman an die Bundesfinanzagentur der KfW wieder zugeflossen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das sei in langwierigen Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter von Lehman erreicht worden.
Ein Sprecher der KfW bestätigte nur, dass es in Sachen Lehman einen "für alle Beteiligten vorteilhaften Vergleich" gegeben habe. Zu dessen Inhalt wollte er mit Verweis auf die vereinbarte strikte Vertraulichkeit nichts sagen. Einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge hatte Lehman bei der staatlichen Bundesschuldenverwaltung ein Guthaben aus kürzlich fällig gewordenen Absicherungsgeschäften. Das Geld werde nach der Einigung nun nicht an die US-Bank gezahlt, sondern komme der KfW zugute.
Die staatliche Bank hatte im September 2008 noch am Tag, als Lehman Insolvenz angemeldet hatte, rund 320 Millionen Euro im Rahmen eines Geschäfts überwiesen, weil niemand die Zahlung trotz der Neuigkeiten aus den USA gestoppt hatte. Die KfW hatte dafür in Medien und in der Branche Hohn und Spott geerntet.
Die Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer mussten gehen, sie klagen allerdings gegen ihre Entlassung. Der erst zwei Wochen vor der Affäre ins Amt gekommene KfW-Vorstandschef Ulrich Schröder nutzte die öffentliche Erregung zu einem Umbau des Instituts.
rts
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