Mittwoch, 30. Dezember 2009
Wetten gegen eigene Giftpapiere: Klage gegen Morgan Stanley
Der Pensionsfonds Virgin Islands verklagt die US-Bank wegen zweifelhaften Geschäften mit Hypothekenkrediten. Der Fonds wirft dem Institut vor, Investoren riskante Wertpapiere schmackhaft gemacht zu haben, zugleich aber darauf spekuliert zu haben, dass diese ausfallen.
Morgan Stanley steht wegen Wetten gegen eigene Hypothekenpapiere im Visier der Fahnder.
(Foto: REUTERS)
Den veröffentlichten Gerichtsunterlagen zufolge haben die angepriesenen Giftpapiere ein Volumen von 1,2 Mrd. US-Dollar. Die "New York Times" hatte berichtet, dass Goldman Sachs und die Deutsche Bank ähnliche Geschäfte getätigt haben sollen. Der Kongress und die Aufsichtsbehörden SEC und Finra hätten bereits Ermittlungen aufgenommen.
Der Klageschrift von Virgin zufolge hat Morgan Stanley mit den Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's zusammengearbeitet, um die Bestnote AAA für die sogenannten Collateralized Debt Obligations (CDO) (besicherte Schuldverschreibungen) aus dem Jahr 2007 zu erhalten. Die CDOs waren demnach aber von minderer Qualität und enthielten unter anderem Sicherheiten des Hypothekenfinanzierers New Century Financial, der wenig später pleite ging. Der Fonds wirft Morgan Stanley vor, die Bank habe gewusst, dass die CDOs weit riskanter waren als es das Rating vermuten ließ. Morgan Stanley habe darauf gewettet, dass das ganze Investment fehlschlage. Dieses Ziel habe die Bank erreicht.
Das Geldinstitut wollte zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben. Moody's und S&P, die in der am 24. Dezember in New York eingereichten Klage nicht als Beschuldigte aufgeführt werden, äußerten sich ebenfalls nicht.
Strukturierte Hypothekenpapiere waren ein Auslöser der Kreditkrise, denn zunehmend wurden in den USA auch Hypotheken von Schuldnern mit schlechter Bonität verbrieft. Mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA wurden diese dann plötzlich wertlos.
rts
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