Wirtschaft

Zukäufe auf der AgendaKlöCo will mehr

11.08.2010, 12:15 Uhr

Die Konjunktur kommt in Schwung, die Geschäfte von Klöckner & Co laufen gut. Der Stahlhändler hübscht seinen Ausblick auf und liefert zusätzliche Fantasie: Die Kassen sind gut gefüllt, Zukäufe daher denkbar.

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Heiße Geschäfte, heißes Quartal, heißer Ausblick: Klöckner & Co ist zufrieden. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach starken Zweitquartalszahlen hat der Stahlhändler

Klöckner & Co seine Jahresprognose angehoben. Während bislang lediglich ein

deutlich positives operatives Ergebnis angekündigt war, gaben die Duisburger für

2010 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von

mindestens 200 Mio. Euro als Ziel aus. Die Ebitda-Marge soll über 4 Prozent

liegen. Damit will die Klöckner & Co auch ein deutlich positives operatives

Nettoergebnis erreichen.

Nach den Erstquartalszahlen Mitte Mai hatte

Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl lediglich eine Ebitda-Marge von "3

Pozent plus" für erreichbar gehalten. Dann bestünde auch die Chance für

ein leicht positives Konzernergebnis, hatte Rühl seinerzeit gesagt.

Im ersten Halbjahr steigerte Klöckner & Co die Erlöse

auf 2,46 Mrd. Euro nach 2,05 Mrd. euro im Vorjahr und erwirtschaftete ein

Ebitda von 129 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal hatte der MDax-Konzern noch einen

Ebitda-Verlust von 163 Mio. Euro geschrieben. Unter dem Strich erzielte der

Stahlhändler im ersten Halbjahr 2010 einen Gewinn von 47 Mio. Euro nach einem

Verlust von 174 Mio. Euro im Vorjahr.

Übernahme mit positiver Wirkung

Wesentlich zum unerwartet guten Abschneiden trug das

zweite Quartal bei, in dem sich das Ebitda auf plus 100 Mio. Euro von minus 31

Mio. Euro verbesserte. Analysten hatten für das zweite Quartal lediglich 91 Mio.

Euro erwartet. Das Nettoergebnis erreichte 46 Mio. Euro, während die Schätzung

im Mittel auf 38 Mio. Euro lautete. Den Absatz steigerte Klöckner & Co im

zweiten Quartal um 37,4 Prozent auf 1,45 Mio. Tonnen.

"Während die Entwicklung in der Baubranche noch sehr

verhalten verlief, hat die Automobilindustrie und zunehmend der Maschinen- und

Anlagenbau positiv überrascht", sagte Rühl. Von der Übernahme von Becker

Stahl-Service habe Klöckner & Co stark profitiert. Die Gruppe wird seit

März in der Konzernbilanz konsolidiert und hat dazu beigetragen, dass Klöckner

& Co seine Position als Lieferant für die Automobilindustrie ausgebaut und

die Abhängigkeit von der Bauindustrie reduziert hat.

Auch in Zukunft setzt Klöckner & Co auf Zukäufe. Dem

Konzern stehen dafür nach eigenen Angaben mehr als 500 Mio. Euro zur Verfügung.

Quelle: rts