Zukäufe auf der AgendaKlöCo will mehr
Die Konjunktur kommt in Schwung, die Geschäfte von Klöckner & Co laufen gut. Der Stahlhändler hübscht seinen Ausblick auf und liefert zusätzliche Fantasie: Die Kassen sind gut gefüllt, Zukäufe daher denkbar.
Nach starken Zweitquartalszahlen hat der Stahlhändler
Klöckner & Co seine Jahresprognose angehoben. Während bislang lediglich ein
deutlich positives operatives Ergebnis angekündigt war, gaben die Duisburger für
2010 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von
mindestens 200 Mio. Euro als Ziel aus. Die Ebitda-Marge soll über 4 Prozent
liegen. Damit will die Klöckner & Co auch ein deutlich positives operatives
Nettoergebnis erreichen.
Nach den Erstquartalszahlen Mitte Mai hatte
Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl lediglich eine Ebitda-Marge von "3
Pozent plus" für erreichbar gehalten. Dann bestünde auch die Chance für
ein leicht positives Konzernergebnis, hatte Rühl seinerzeit gesagt.
Im ersten Halbjahr steigerte Klöckner & Co die Erlöse
auf 2,46 Mrd. Euro nach 2,05 Mrd. euro im Vorjahr und erwirtschaftete ein
Ebitda von 129 Mio. Euro. Im Vorjahresquartal hatte der MDax-Konzern noch einen
Ebitda-Verlust von 163 Mio. Euro geschrieben. Unter dem Strich erzielte der
Stahlhändler im ersten Halbjahr 2010 einen Gewinn von 47 Mio. Euro nach einem
Verlust von 174 Mio. Euro im Vorjahr.
Übernahme mit positiver Wirkung
Wesentlich zum unerwartet guten Abschneiden trug das
zweite Quartal bei, in dem sich das Ebitda auf plus 100 Mio. Euro von minus 31
Mio. Euro verbesserte. Analysten hatten für das zweite Quartal lediglich 91 Mio.
Euro erwartet. Das Nettoergebnis erreichte 46 Mio. Euro, während die Schätzung
im Mittel auf 38 Mio. Euro lautete. Den Absatz steigerte Klöckner & Co im
zweiten Quartal um 37,4 Prozent auf 1,45 Mio. Tonnen.
"Während die Entwicklung in der Baubranche noch sehr
verhalten verlief, hat die Automobilindustrie und zunehmend der Maschinen- und
Anlagenbau positiv überrascht", sagte Rühl. Von der Übernahme von Becker
Stahl-Service habe Klöckner & Co stark profitiert. Die Gruppe wird seit
März in der Konzernbilanz konsolidiert und hat dazu beigetragen, dass Klöckner
& Co seine Position als Lieferant für die Automobilindustrie ausgebaut und
die Abhängigkeit von der Bauindustrie reduziert hat.
Auch in Zukunft setzt Klöckner & Co auf Zukäufe. Dem
Konzern stehen dafür nach eigenen Angaben mehr als 500 Mio. Euro zur Verfügung.