Wirtschaft

Ifo erhöht BIP-Prognose: Konjunkturlaune immer besser

Konjunkturell läuft es in Deutschland: Nach dem RWI erhöht auch das Ifo-Institut seine Prognosen für das laufende und das kommende Jahr. Den Forschern zufolge wird der Aufschwung immer mehr vom Binnenkonsum getragen - und stabiler.

Volle Einkaufstempel, gute Geschäfte: Die Binnenwirtschaft trägt den Aufschwung.
Volle Einkaufstempel, gute Geschäfte: Die Binnenwirtschaft trägt den Aufschwung.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz der Euro-Schuldenkrise trauen Börsenprofis der deutschen Wirtschaft auch in der ersten Jahreshälfte 2011 ein robustes Wachstum zu. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten stieg im Dezember um 2,5 auf 4,3 Punkte. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter 266 professionellen Anlegern und Analysten mit. Es war der zweite Anstieg in Folge. Experten hatten nur mit 4,0 Zählern gerechnet.

Trotz der Besserung liegt das Barometer aber noch weit unter seinem langfristigen Durchschnittswert von 26,8 Punkten. Die Lage beurteilten die Experten so gut wie seit Juli 2007 nicht mehr: Dieses Barometer stieg um 1,1 auf 82,6 Punkte.

Trend wird stabiler

"Nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat stabilisieren sich die Erwartungen anscheinend", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Neben der Exportaktivität setzt man allgemein auf eine Belebung der Binnennachfrage, unterstützt durch die erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung und die niedrigen Realzinsen." Die Euro-Schuldenkrise und eine straffere Geldpolitik in China blieben allerdings Risikofaktoren für den deutschen Außenhandel.

"Wachstumsmotor in Europa"

Der Euro fiel kurz nach Bekanntgabe der Daten leicht auf 1,3413 Dollar, legte dann aber recht schnell wieder bis auf 1,3440 Dollar zu. Investoren am Aktien- und Rentenmarkt nahmen die Zahlen nahezu reaktionslos zur Kenntnis. Der Dax bewegte sich knapp unter seinem Vortagesschluss, der Bund-Future lag zehn Ticks höher bei 124,67 Zählern.

Auch Ökonomen trauen der Wirtschaft im kommenden Jahr einen stabilen Aufschwung voraus. "Das Wachstum in Deutschland bleibt stark", sagte Citigroup-Expertin Giada Giani. "Deutschland ist und bleibt der Wachstumsmotor in Europa", sagte auch Jörg Zeuner von der VP Bank.

Verbraucher stützen Aufschwung

Konsum und Investitionen mausern sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts im kommenden Jahr zur wichtigsten Stütze des Aufschwungs. Das Bruttoinlandsprodukt werde um 2,4 Prozent zulegen, wozu die Inlandsnachfrage fast 90 Prozent beisteuern werde, erklärte das Münchner Institut. "Im kommenden Jahr bleiben die Konjunkturampeln in Deutschland auf Grün." Allerdings werde die Erholung etwas an Tempo verlieren. Für 2010 erwarten die Ifo-Forscher ein Anziehen der Wirtschaftskraft um 3,7 Prozent.

Auch die deutsche Chemiebranche stellt sich für das kommende Jahr auf schwächere Wachstumsraten ein. Nach kräftigeren Umsatz- und Produktionszuwächsen 2010 werde Deutschlands viertgrößter Industriezweig 2011 voraussichtlich seine Produktion nur noch um 2,5 Prozent ausweiten, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit.

Bilderserie
Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen